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Dieses Jahr finden nun exakt zeitgleich in Moskau und Berlin zwei international bedeutende Messen statt. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?
MOSKAU
Gleich zwei Groβereignisse kann man im September in Moskau erleben: Die Art Moskau sowie die Biennale Moskau.
Art Moskau
Die Kunstmesse Art Moskau eröffnet ihre 13. Ausgabe offiziell am Mittwoch, den 23. September. (ebenso wie das Art Forum Berlin) Allerdings gibt es hier einen Tag vorher die exklusive Preview. Wer also eine Einladung hat, kann durchaus an beiden Vorbesichtigungen teilnehmen!
Die Art Moskau spielt– milde ausgedrückt – nicht gerade eine Hauptrolle in der globalen Kunstmesselandschaft. Doch das sagt vielleicht weniger etwas über die Qualität als über das immer noch schwierige Verhältnis zur osteuropäischen Kunstszene aus. Auf der Homepage spricht man immerhin von der gröβten und wichtigsten Kunstmesse Osteuropas. Mit rund 40 Teilnehmern war die Messe im letzten Jahr nun recht übersichtlich aber international orientiert. Die beiden Galeristen Hans Knoll aus Wien und Volker Diehl aus Berlin nehmen schon seit Jahren an der Messe teil und wirken dort auch als Berater. Die Teilnehmer für dieses Jahr sind leider noch nicht veröffentlicht – es bleibt also spannend.

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der Biennale Venedig
Biennale Moskau
Wem die Messe noch nicht als Grund genügt, nach Moskau zu reisen – der sollte sich über die Biennale Moskau informieren – vielleicht lockt die ja dann mit hochrangigen Namen.
Vom 24. September bis 25. Oktober wird hier einen Monat lang die Creme de la Creme der russischen und internationalen Kunst gezeigt.
Die Biennale Moskau findet damit nun zum 3. Mal statt. Die Meinungen über die Biennale 2007 waren sehr gespalten. Doch die Künstlerliste und das diesjährige Kuratorenteam klingen sehr vielversprechend. Jean-Hubert Martin, Joseph Backstein und Olivier Varenne zeichnen in diesem Jahr für die gezeigten Werke verantwortlich. Präsentiert werden u.a. die von mir sehr geschätzten Künstler Marina Abramović, Anish Kapoor, AES+F und Erwin Wurm.

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor
Moskau ist sicherlich eher etwas für diejenigen, die sich wirklich für russische oder „osteuropäische“ Kunst interessieren oder zumindest neugierig darauf sind. Mich würde Moskau schon sehr reizen, vor allem, weil ich noch nie da war. Auβerdem kommt man schon relativ günstig mit dem Flieger nach Moskau – kein Grund also nicht hinzufahren.
Wahrscheinlich werde ich aber während der Messen in Berlin arbeiten und muss daher mit den russischen Galerien in Berlin Vorlieb nehmen…
Dieses Jahr finden exakt zeitgleich zwei international bedeutende Kunstmessen in Moskau und Berlin statt. Auch die Eröffnung erfolgt am gleichen Tag, dem 23. September. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?
BERLIN

ArtForum Berlin 2008
Das Art Forum ist die älteste und etablierteste unter den Berliner Kunstmessen. Am Mittwoch, den 23. September wird die 14. Ausgabe mit der Vorbesichtigung und der Abendveranstaltung eröffnet. Insgesamt 130 Galerien aus aller Welt werden derzeit angekündigt. In diesem Jahr gibt es einige Neuerungen: Im Sektor „galleries“ haben Galerien, die den Schwerpunkt auf Kunst ab den 60er Jahren legen, nun auch die Möglichkeit an der Messe für zeitgenössische Kunst teilzunehmen. Der Sektor „focus“ dagegen gibt auch jungen Galerien, die weniger als 5 Jahre existieren, eine Chance. Der Auβenbereich wird durch den Sektor „plein air“ bespielt. Auβer den Künstlern und Galerien werden auch immer kulturelle Institutionen sowie internationale Kunstverlage und Magazine präsentiert.
Zeitgleich finden die „Satellitenmessen“ Berliner Kunstsalon, Preview und Berliner Liste statt. Allerdings haben auch diese sich längst zu eigenständigen Messen mit hohem Niveau entwickelt, vor allem die Preview mit ihrer internationalen Ausrichtung.

Berliner Kunstsalon 2008
Der Berliner Kunstsalon, die zweitgröβte Messe in Berlin, zieht in das Humboldt-Umspannwerk ein. Die Ausstellerliste ist noch nicht veröffentlicht, es wird aber mit 80 Ausstellern und 250 künstlerischen Positionen gerechnet.
Die Berliner Liste, welche zum 6. Mal statt findet, bezeichnet sich selbst auf ihrer Homepage als „Seismographen für zeitgenössische Tendenzen“. Ich persönlich fand, dass die Liste in den ersten Ausgaben sehr spannend war, aber in den letzten 2 Jahren schon etwas geschwächelt hat. Wenig vielversprechend sieht dann auch die Nachricht aus, die am unteren Rand der Website entlang läuft: Da es noch freie Plätze gibt, werden weiterhin Bewerbungen akzeptiert…Zumindest werden bereits „ca. 60 internationale Galerien“ angekündigt, was sich mit einem Blick auf die Ausstellerliste bestätigen lässt. Damit könnte die Liste in Konkurrenz zur Preview treten, die sich immer als die Messe, mit der internationalsten und aktuellsten Ausrichtung verstanden hat.
Die Berliner Messen sind auch für Nicht-Sammler und Nicht-Galeristen einen Besuch wert. Hier sieht man sowohl Arbeiten von jungen, unbekannten Künstlern, als auch Kunstwerke von international anerkannten Künstlern, die man sonst vielleicht nicht so oft zu Gesicht bekommt. Aus eigener Erfahrung der letzten Jahre kann ich sagen, dass für alle Kunstinteressierte ein Besuch in Berlin zum Pflichtprogramm gehört. Nicht nur auf den Messen, sondern in der ganzen Stadt, in Museen und Galerien, ist hochkarätige internationale Kunst zu sehen.
Wer also im September Zeit hat, sollte unbedingt nach Berlin fahren und sich dort umschauen. Alle armen Kunststudenten, die keine Freunde, Verwandten oder Bekannte haben, können beruhigt sein. In Berlin gibt es immer ein günstiges Hotel oder Hostel. Man muss nur rechtzeitig reservieren, da die Stadt zur Messezeit ziemlich voll wird. Die Kunst- und Kulturszene an sich ist ja schlieβlich eines der Markenzeichen und Aushängeschilder Berlins.

