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Im Dezember ist es wieder soweit: die Kunstwelt blickt bangen Blickes nach Miami. Die Messe gilt immer noch als eine der umsatzstärksten Kunstmessen überhaupt und gilt als wichtiger Indikator für den Zustand des internationalen Kunstmarktes.

Art Miami 2008, Peter Belyi: Danger Zone
Kurzinfo:
Art Miami: 2.-6. Dezember, Öffnungszeiten Mi-Sa 11-19 Uhr, So 11-17 Uhr, Eintritt: $15
Wie auch die Jahre davor finden zeitgleich wieder die Satellitenmessen SCOPE und PULSE statt.
Wer sich das Kunstspektakel nicht entgehen lassen möchte und selbst dabei sein will, sollte rechtzeitig einen günstigen Flug nach Miami reservieren. Nur noch einen Monat!

Art Miami 2008, Margulies Collection
Slowenien bietet nicht nur hervorragende Bedingungen für den perfekten Winter- / Skiurlaub, auch schon vorher lohnt sich ein Wochenendtrip nach Ljubljana. Zieht die slowenische Hauptstadt ansonsten mit seiner wunderschönen Altstadt und preiswerten Wellness-Hotels Besucher an, so sind es im September/Oktober diesen Jahres die Liebhaber zeitgenössischer Graphik.

Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell, Reverse View, 2009
Nur noch 10 Tage läuft die 28. Graphikbiennale in Ljubljana, die bereits Anfang September eröffnet wurde. Die Biennale hat eine lange Tradition, seit 1955 gibt es sie, ins Leben gerufen zu einer Zeit, in der auch die erste Biennale in São Paulo (1951) und die erste Documenta in Kassel (1955) abgehalten wurden.
In Ljubljana dreht sich alles um die zeitgenössische Graphik, zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellung finden statt. Die Hauptausstellung „Matrix: instabile Realität“ würde unter der Direktion von Božidar Zrinski konzipiert. Die Ausstellung wird an denjenigen Orten gezeigt, die auch maβgeblich an der Organisation beteiligt waren: Internationales Zentrum für graphische Kunst, Galerie Alkatraz, Ganes-Pratt-Galerie, Jakopič-Galerie, Galerie Kapsula und Galerie Škuc.

La Más Bella, La Más Bella TÚ, 2003, wallet containing works by 50 artists, edition: 1000 copies
Teilnehmende Künstler:
Afsoon, Vahram Aghasyan, Julieta Aranda, Nika Autor, BAS / Bent, Viktor Bernik, Anita di Bianco, Sabine Bitter & Helmut Weber, BridA (Sendi Mango, Jurij Pavlica, Tom Kerševan), Chto Delat (Dmitry Vilensky), Lee Chul Soo, Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell, Ksenija Čerče, Vuk Ćosić, Vesna Drnovšek, Igor Eškinja, Małgorzata Etber Warlikowska, Jesper Fabricius, Jakup Ferri, Ivan Fijolić, Ye Funa, Fernando García, Samuel Grajfoner, Ivan Grubanov, Dejan Habicht, Bu Hua, Hungarian Double-Tailed Dog, Ištvan Išt Huzjan, Space Invader, Justseeds, Dejan Kaludjerović, David Kareyan, Sameera Khan, Taiyo Kimura, Iva Kovač, Jelena Kovačević, Matej Košir, Borut Krajnc, Ana Lozica, Tanja Lažetić, Nicola López, M-City, Ján Mančuška, La Más Bella, Ines Matijević Cakić, Eva & Franco Mattes, Zhang Minjie, Tracey Moffatt, Ivan Moudov, Carlos Motta, Alban Muja, Nika Oblak & Primož Novak, Ahmet Ögüt, Juan Perez Agirregoikoa, Cesare Pietroiusti, Nada Prlja, radioCona, Société Réaliste, Betsabeé Romero, Francesc Ruiz, Adrian Sauer, Klaus Schafler, Nana Shiomi, Jelena Sredanović, Katja Sudec, Therese Sunngren, Swoon, Miha Štrukelj, Marko Tadić, Tomaž Tomažin, Nasan Tur, Ignacio Uriarte, Huiqin Wang, Patrick Ward, Maria Alicia Zamora Noguera, Moises Yagües Fernandez, Katarina Zdjelar
Über die Ausstellung heiβt es auf der Homepage der Biennale:
„Die Ausstellung geht auf aktuelle Probleme ein, welche die Matrix-Filmtrilogie der Kunst und Gesellschaft gestellt hat, wobei die Ausstellung versucht, auf folgende Fragen zu antworten: Bleibt ein Medium dasselbe, auch wenn es in seine Sprache neue Technologien aufnimmt? Vergrößert sich dadurch das kunstinteressierte Publikum? Was für eine gesellschaftliche Macht haben die, die in Besitz der Matrix sind? Rechtfertigt der Besitz der Matrix auch exklusive Vervielfältigungsrechte? Kann man eine perfekte Welt – sei es nun eine reale oder virtuelle – schaffen? Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der Arbeiten von über 80 sowohl international bekannten als auch aufstrebenden Künstlern, und zwar vom traditionellen und modernen Druck bis zu Künstlerbüchern sowie öffentlichen, Medien- und Computerinterventionen.“
Für all diejenigen, die sich für zeitgenössische Graphik interessieren, ist die Biennale ein absolutes Muss. Noch bis zum 25.10.2009 sind die Ausstellungen von Dienstag bis Sonntag, 11.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Am besten beraten ist man mit einer Unterkunft im Zentrum Ljubljanas, dann erreicht man alle wichtigen Ausstellungsorte leicht zu Fuβ. Und alle, die nicht so spontan sind und sich trotzdem für die Biennale interessieren, müssen sich leider 2 Jahre bis zu nächsten Ausgabe gedulden.
Nachdem es im letzten Jahr groβe Kritik hagelte, dass die Berliner Messen erst nach der Frieze (und anderen internationalen Messen) stattfand – wurde in Berlin wieder umgedacht. Die Messen in Berlin sind nun überstanden – solide, zwar qualitativ hochwertig doch ohne besonders spektakuläre Neuigkeiten. Wie wird es wohl in London werden?

London ist zwar immer eine Reise wert, doch in der nächsten Woche ganz besonders. Denn dann öffnet am 15. Oktober die Frieze Kunstmesse ihre Pforten. Besonders spannend wird es, weil die Frieze als trendsetzend für die Entwicklung am Kunstmarkt gesehen wird. Die Liste der teilnehmenden Galerie kann sich, wie immer, sehen lassen: die Gagosian Gallery ist ebenso wieder vertreten wie die Berliner/Londoner Sprüth Magers. Die Schau der Galerien wird jeden Tag um spannende Gespräche und Vorträge von Künstlern und Sammlern, sowie verschiedene Programme für Kinder ergänzt.

Frieze Art Fair 2007
Bis Sonntag, den 18. Oktober kann man die Messe von 11 bis 19 Uhr (Sonntag nur 18 Uhr) im Londoner Regent’s Park besuchen. Wer noch keins zum „Frühbucherrabett“ ergattert hat, muss für ein Tagesticket 20 Pfund und für eine 4-Tageskarte 60 Pfund bezahlen. Günstige Flüge nach England und preiswerte Unterkünfte in London sind zwar prinzipiell immer knapp, aber durchaus noch vorhanden. Da die britische Währung jedoch gegenüber dem Euro vergleichsweise schwach ist, kann man durchaus ein schönes Wochenende in London verbringen, ohne sich zu sehr einschränken zu müssen.
Am letzten Samstag, den 12. September war es wieder soweit. Die Biennale in Istanbul wurde eröffnet. Bereits seit 1987 wird im Rahmen der Biennale alle 2 Jahre türkische und internationale Kunst gezeigt, organisiert von der Istanbuler Stiftung für Kultur und Kunst.

Eröffnung Biennale Istanbul
Der Titel der 11. Biennale in Istanbul „Denn wovon lebt der Mensch?“ wurde von Brechts Dreigroschenoper übernommen und ist damit zugleich politisches Statement. In Brechts Stück antwortet Mackie Messer auf die Frage mit: “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”.

ShahabFotohui auf der Istanbul Biennale
In der Biennale antwortet das Kuratoren-Kollektiv „What, How and for Whom/WHW” aus Zagreb darauf mit mehr als 120 Projekten von 70 Künstlern aus 40 Ländern. Die bisherigen Ausstellungen und Projekte der vier Kuratorinnen, Ivet Ćurlin, Ana Dević, Nataša Ilić und Sabina Sabolović, kann man sich auf deren Website anschauen.
Bis zum 8. November 2009 werden die einzelnen künstlerischen Positionen an 3 Ausstellungsorten gezeigt. Ausgewählt wurden vor allem Arbeiten von Künstler, deren Arbeiten ein politisches Engagement zeigen, wie z.B. die Arbeit des iranischen Künstlers Shahab Fotouhi. Eher ungewohnt für eine Biennale ist, dass nicht nur aktuelle Positionen, sondern auch ältere Kunstwerke aus den siebziger Jahren einbezogen werden. Dies ergänzt sich aber gut zu der insgesamt aktivistischen Geste der diesjährigen Istanbuler Biennale.

Societe Realiste: Culturestates Greater Europe. Detail
Im nächsten Jahr ist Istanbul neben Essen und Pécs Europäische Kulturhauptstadt. Die Biennale kann man durchaus als Schritt in diese Richtung verstehen. Wer jetzt schon einen Blick auf die türkische Metropole werfen möchte, für den bietet sich während der Biennale die beste Gelegenheit. In zahlreichen anderen Veranstaltungen und Ausstellungen auβerhalb der Biennale präsentiert sich die junge, zeitgenössische Kunstszene Istanbuls.
Facts Istanbul Biennale:
Die meisten Besucher werden sicherlich mit dem Flieger anreisen. Istanbul verfügt über 2 Flughäfen: Linienflüge landen meist am Flughafen Atatürk auf der europäischen Seite, Charterflüge eher auf der asiatischen Seite am Flughafen Istanbul-Sabiba Gökcen.
Am bequemsten kommt man mit dem Taxi oder einem Hotel-Shuttleservice vom jeweiligen Flughafen in die Stadt.
Biennale Tickets:
Normalpreis: 10 TL (4,50 Euro)
Ermäβigt: 5 TL, Gruppen (20 Personen): 8 TL
Die Tickets erhalten Sie auf www.biletic.com, sowie an den Ausstellungsorten der Biennale.
Biennale Ausstellungsorte:
Antrepo No.3: Meclis-i Mebusan Caddesi, Liman İşletmeleri Sahası, Tophane
Feriköy Greek School: Abide-i Hürriyet Caddesi No.5, Şişli
Tütün Deposu (Tobacco Warehouse): Lüleci Hendek Caddesi, Koltukçular Çıkmazı No.1, Tophane
Zwischen Orten gibt es bis Ende September einen Shuttle-Service.
Öffnungszeiten: Di-So: 10-19 Uhr
Die Biennale gehört zu DEN Kunstereignissen schlechthin. Bei der diesjährigen 53. Ausgabe der nehmen mehr als 90 Künstler aus 77 Nationen teil. Seit der Eröffnung am 7. Juni plane ich fest, bis spätestens zum 22. November auch nach Venedig zu fahren.
Die groβe Gemeinschaftsausstellung findet in diesem Jahr unter dem Motte: „Fare Mondi // Weltenmachen“ statt. Der diesjährige Kurator Daniel Birnbaum ist seit 2001 Rektor der Städelschule Frankfurt sowie der dazugehörigen Kunsthalle Portikus. Kokurator ist Jochen Volz, der ebenfalls an der Städelschule eine Professur inne hat. Wie klein manchmal die Welt sein kann, wird an der „Frankfurt-Connection“ ersichtlich. Viele der deutschen Kuratoren und Künstler sind auf irgendeine Art und Weise mit Frankfurt verbunden.
Nikolaus Schafhausen – viele Jahre Direktor des Frankfurter Kunstvereins – zeichnet in diesem Jahr für den deutschen Pavillon verantwortlich. Im Vorfeld war die Aufregung um die Künstlerauswahl groβ: Entgegen alter Gewohnheiten hatte sich der Kurator nicht für einen deutschen Künstler entschieden, sondern für Liam Gillick. In seinem Beitrag wollte sich der Brite vor allem mit der historisch belasteten Architektur des deutschen Pavillons auseinandersetzen. Die Erwartungen waren hoch und die Enttäuschung entsprechend groβ. Mit der spröden Installation, die von Margarete Schütte-Lihotzkys „Frankfurter Küche“ (!) inspiriert ist, konnten viele Besucher nichts anfangen.

LIAM GILLICK - Deutscher Pavillon
Für einen Preis hat der deutsche Beitrag dann auch nicht gereicht. Zur Eröffnung wurde der Pavillon der USA mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Künstlerisch wurde hier auf Bewährtes gesetzt und die neue Installation “Topological Gardens” des Künstlers Bruce Nauman gezeigt. Auβerdem erhielt Tobias Rehberger für sein Werk “Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen“ einen Goldenen Löwen als Auszeichnung für den „Besten Künstler“. Der Bildhauer Rehberger, 1966 in Esslingen geboren, ist Professor der Städelschule in Frankfurt am Main (!).

TOBIAS REHBERGER: Was du liebst, .... Raumansicht
Ohne Auszeichnungen und trotzdem Publikumsmagneten sind der dänische und der norwegische Pavillon, kuratiert von dem Künstlerduo Elmgreen & Dragset. Im Spiegel-Interview beschreiben sie die Szenarien mit dem Titel „The Collectors“: „Im dänischen Pavillon hat früher Familie A. gewohnt, jetzt ist ihr Haus “zu verkaufen”. Deshalb führt ein Makler die Besucher durch das Haus und erzählt eine dramatische Familiengeschichte im Ingmar-Bergmann-Stil als Verkaufsgrund. Im benachbarten, offenen, weltmännisch und großspurig eingerichteten nordischen Pavillon-Haus wohnt ein mysteriöser Mr. B., aber der Besuchter trifft nur auf einige herumhängende und Wodka-Tonic schlürfende Strichjungen und die ganze Ausstattung sieht aus wie die Studie zu einem David-Hockney-Gemälde.”

THE COLLECTOR - Aussenbereich
Die Ausstellungen sind täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 18 Euro, es gibt auch entsprechende Ermäβigungen. Ein Hotelzimmer in Venedig kann schnell sehr teuer werden. Als ich 2007 die Biennale besuchte, habe mir eine Unterkunft auf Lido gesucht. Auβerdem kann ich noch eine Website empfehlen, auf der man nach aktuellen Flugangeboten z.B. von Berlin nach Venedig, suchen kann.

