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Während in den Museen und Galerien ja bis auf die Biennale in Venedig momentan eher Sommerpause herrscht, wurden am letzten Wochenende offiziell die Festspiele in Salzburg und Bayreuth eröffnet. Musik statt Bildende Kunst. Als zugegeben eher mittelmäβiger Klassikfan ist mir doch die Wichtigkeit dieser Festspiele bewusst und daher auf jeden Fall einen Blogeintrag wert.
Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ja inzwischen nicht nur für ihr Programm, sondern auch vor allem für den ganzen Klatsch und Tratsch um Organisatoren und Streitigkeiten innerhalb der Wagner Familie bekannt. Am Samstag wurde (vielleicht um weiteren Kritiken abzuwehren) auf Bewährtes gesetzt und das inzwischen 98. Festspiel mit einer Inszenierung von „Tristan und Isolde“ eröffnet. Erwartungsgemäβ erschienen zahlreiche Stars und Sternchen aus dem (deutschen) Showbiz sowie bekannte Unternehmer und hochrangige Politiker, wie Bundeskanzlerin Merkel.

Wagner-Festspielhaus in Bayreuth
Noch bis zum 28. August werden die Aufführungen „Der Ring des Nibelungen“, „Parsifal“, „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ und weitere Hauptwerke Wagners gezeigt. Über die jeweilige Inszenierung lässt sich ja immer streiten. Ziemlich einhellig waren die Kritiker allerdings bei der Inszenierung der „Meistersinger“ von Katharina Wagner – erst bekam sie unmittelbar nach der Aufführung vom Publikum und dann auch noch von der FAZ ihr Fett weg.

Festspielhaus Bayreuth Innen
Trotzdem sind die Festspiele ein Erlebnis und alle, die eine Karte ergattert haben, können sich glücklich schätzen, denn die Wartezeit für Karten liegt bei fast zehn Jahren. Wer keine Karte hat, bekommt trotzdem die Möglichkeit an den Festspielen teilzuhaben – und das auch noch kostenlos! Am 9. August wird eine Aufführung des Festivals Live auf den Bayreuther Festplatz übertragen. Wer kurz entschlossen noch anreisen möchte, dem sei eine Website empfohlen, auf der man einfach eine passende Unterkunft in Bayreuth finden kann – und vor allem eine, die auch noch frei ist!
Und wenn Sie es gar nicht selbst nach Bayreuth schaffen, mangels Karten, Zeit und oder Geld – dann möchte ich die Website der Bayreuther Festspiele empfehlen, auf der es Live-Übertragungen, Mitschnitte und vieles mehr zu entdecken gibt.

Altstadt Salzburg
Wem das jetzt alles zuviel Wagner ist, der sollte nach Salzburg ausweichen. Ebenfalls am Sonntag wurden hier die 89. Salzburger Festspiele eröffnet. In seiner Eröffnungsrede kritisierte der Schriftsteller Daniel Kehlmann den „Modernisierungszwang des heutigen Theaters“ (FAZ), welches viele Regisseure auβen vor lässt.
Obwohl (oder gerade weil?) die Salzburger Festspiele weniger exklusiv als die Wagner Festspiele sind, haben sie Weltrang erlangt. Bis Ende August dauert das Fest in der Innenstadt, bei dem es rund 100 Konzerte, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen an insgesamt 35 Orten gibt. Die Flüge nach Salzburg sind relativ günstig und auch eine kleine Pension ist leicht gefunden. Ich denke, die Festspiele sind eine gute Gelegenheit einmal wieder nach Salzburg zu fahren und einen schönen Kulturtrip zu unternehmen.

