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In der nächsten Woche trifft sich in Paris wieder die Crème de la Crème der internationalen Photographieszene: Von Donnerstag, den 19. November bis Sonntag, den 22. November öffnet die „Paris Photo 2009“ im Carrousel du Louvre  ihre Türen.

„Paris Photo“ ist weltweit eines der wichtigsten Ereignisse rund um die Photographie. Dabei wird die gesamte Zeitspanne der (vergleichsweise kurzen) Photographiegeschichte vom 19. Jahrhundert bis heute einbezogen. In diesem Jahr präsentieren insgesamt 89 Galerien und 13 Verleger internationale Photographie. Unter den Ausstellern befinden sich mit Iran, Libanon, Portugal, Tunesien, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten 7 neue Länder.

Das Auswahlkomitee in diesem Jahr setzte sich zusammen aus: Guido Costa, Turin; Howard Greenberg, New York; Edwynn Houk, New York ; Tim Jefferies, Hamiltons, London; Priska Pasquer, Cologne; Françoise Paviot, Paris; Timothy Persons, Taik Gallery, Helsinki und Renos Xippas, Paris/ Athens.

Paris Photo Yto Barrada

© Yto Barrada, Fille aux tabourets , Casablanca, 2000. Courtesy Galerie Polaris, Paris

Ehrengast in diesem Jahr ist die Arabische und die Iranische Photographie. Dieses Projekt wird kuratiert von Catherine David, die 1997 für die Documenta in Kasse verantwortlich zeichnete.

Neben dem Ausstellungsprogramm finden auch Konferenzen und Signierstunden statt. Wichtiges Highlight ist die Verleihung des BMW Photo Preises, der mit 12.000 Euro dotiert ist. Das Thema in diesem Jahr lautete „Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal erlebt?“. Die Arbeiten 20 Finalisten können auf der Homepage von Paris Photo gesichtet werden.

Paris Photo Yao Lu

© Yao Lu “Yao Lu’s New landscape part I – Ancient Spring Time Fey”, 2006 Courtesy of 798 Photo Gallery, Beijing

Adresse: Carrousel du Louvre, 99 rue de Rivoli, 75001 Paris, France

Öffnungszeiten:
19.11.:  11:30 – 20 Uhr

20.11.: 11:30 – 22 Uhr

21.11.: 11.30 – 20 Uhr

22.11.: 11:30 – 19 Uhr

Eintritt: 15 €  (ermäβigt 7.50 € )

Katalog: 20€

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Am letzten Samstag, den 12. September war es wieder soweit. Die Biennale in Istanbul wurde eröffnet. Bereits seit 1987 wird im Rahmen der Biennale alle 2 Jahre türkische und internationale Kunst gezeigt, organisiert von der Istanbuler Stiftung für Kultur und Kunst.

Eröffnung Biennale Istanbul

Eröffnung Biennale Istanbul

Der Titel der 11. Biennale in Istanbul „Denn wovon lebt der Mensch?“ wurde von Brechts Dreigroschenoper übernommen und ist damit zugleich politisches Statement. In Brechts Stück antwortet Mackie Messer auf die Frage mit: “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”.

ShahabFotohui auf der Istanbul Biennale

ShahabFotohui auf der Istanbul Biennale

In der Biennale antwortet das Kuratoren-Kollektiv „What, How and for Whom/WHW” aus Zagreb darauf mit mehr als 120 Projekten von 70 Künstlern aus 40 Ländern. Die bisherigen Ausstellungen und Projekte der vier Kuratorinnen, Ivet Ćurlin, Ana Dević, Nataša Ilić und Sabina Sabolović, kann man sich auf deren Website anschauen.

Bis zum 8. November 2009 werden die einzelnen künstlerischen Positionen an 3 Ausstellungsorten gezeigt. Ausgewählt wurden vor allem Arbeiten von Künstler, deren Arbeiten ein politisches Engagement zeigen, wie z.B. die Arbeit des iranischen Künstlers Shahab Fotouhi. Eher ungewohnt für eine Biennale ist, dass nicht nur aktuelle Positionen, sondern auch ältere Kunstwerke aus den siebziger Jahren einbezogen werden. Dies ergänzt sich aber gut zu der insgesamt aktivistischen Geste der diesjährigen Istanbuler Biennale.

Societe Realiste: Culturestates Greater Europe. Detail

Societe Realiste: Culturestates Greater Europe. Detail

Im nächsten Jahr ist Istanbul neben Essen und Pécs Europäische Kulturhauptstadt. Die Biennale kann man durchaus als Schritt in diese Richtung verstehen. Wer jetzt schon einen Blick auf die türkische Metropole werfen möchte, für den bietet sich während der Biennale die beste Gelegenheit. In zahlreichen anderen Veranstaltungen und Ausstellungen auβerhalb der Biennale präsentiert sich die junge, zeitgenössische Kunstszene Istanbuls.

Facts Istanbul Biennale:

Die meisten Besucher werden sicherlich mit dem Flieger anreisen. Istanbul verfügt über 2 Flughäfen: Linienflüge landen meist am Flughafen Atatürk auf der europäischen Seite, Charterflüge eher auf der asiatischen Seite am Flughafen Istanbul-Sabiba Gökcen.

Am bequemsten kommt man mit dem Taxi oder einem Hotel-Shuttleservice vom jeweiligen Flughafen in die Stadt.

Biennale Tickets:

Normalpreis: 10 TL (4,50 Euro)

Ermäβigt: 5 TL, Gruppen (20 Personen): 8 TL

Die Tickets erhalten Sie auf www.biletic.com, sowie an den Ausstellungsorten der Biennale.

Biennale Ausstellungsorte:

Antrepo No.3: Meclis-i Mebusan Caddesi, Liman İşletmeleri Sahası, Tophane
Feriköy Greek School: Abide-i Hürriyet Caddesi No.5, Şişli
Tütün Deposu (Tobacco Warehouse): Lüleci Hendek Caddesi, Koltukçular Çıkmazı No.1, Tophane
Zwischen Orten gibt es bis Ende September einen Shuttle-Service.

Öffnungszeiten: Di-So: 10-19 Uhr

In knapp 4 Wochen eröffnet in Shanghai mit der SHContemporary die Messe für zeitgenössische Kunst in der bedeutendsten Industriestadt Chinas. Vom 9.9. bis zum 13.9 sollen hier wieder sowohl asiatische als auch international tätige Galerien Werke von anerkannten und aufstrebenden Künstler vorstellen – und vor allem auch verkaufen…

Shanghai Exhibition Center

Shanghai Exhibition Center

Die Messe zählt zu den eher jungen Kunstereignissen, erst seit 2006 findet sie einmal im Jahr statt. Der Bereich der zeitgenössischen chinesischen Kunst war lange Zeit eine Art Black Box. Begonnen hat der China-Boom der Gegenwartskunst mit Harald Szeemanns Schwerpunkt auf China bei der Biennale in Venedig im Jahr 1999. Auktionshäuser und Galerien begannen sich für chinesische Gegenwartskunst zu interessieren –Absatz und Preise stiegen rasant in die Höhe. Auch die Galerienszene vor Ort hat sich rasend schnell entwickelt: Der Schweizer Lorenz Helbling war vor zehn Jahren mit seiner ShangART-Galerie der erste Galerist in Shanghai überhaupt. Und auch in Peking gab es Ende der 90er Jahre nur eine Galerie, heute sind es mehr als 400. Somit war es also nicht weiter verwunderlich, als die Schweizer Lorenzo Rudolf und Pierre Hubert eine Kunstmesse ins Leben riefen.

Die SHContemporary bezeichnet sich auf der Homepage als Asiens dynamischste und internationalste Messe für zeitgenössische Kunst. Laut eigener Angaben nahmen im letzten Jahr 140 internationale Galerien aus insgesamt 30 Ländern teil, welche wiederum 15.000 Besucher anziehen konnte. (zum Vergleich: 2008 kamen 38.000 Besucher zum Art Forum in Berlin). Die Kunstmesse findet im „Shanghai Exhibition Center“ statt. Das Gebäude aus den späten 40er Jahren im Zuckerbäckerstil, mit Marmorböden und reichen Stuckverzierungen, war ursprünglich ein Geschenk Stalins an Mao – jetzt wird es ganzjährig als Messezentrum genutzt.

So weit – so gut. Bei der zweiten Ausgabe im letzten Jahr allerdings war die Enttäuschung bei den Europäischen Galerien groβ. Als Ursache für schleppende Verkäufe sehen einige die hohe Mehrwertsteuer. Chinesen zahlen 34% Luxussteuer auf Kunstwerke – das hält sicher einige vom Kauf ab.

Man darf also gespannt sein, wie sich die 3. Ausgabe in diesem Jahr gestaltet. Es scheint, als nehmen in diesem Jahr weniger internationale Galerien teil. In den beiden Vorjahren lag das Verhältnis von asiatischen und nicht-asiatischen Galerien noch bei 50:50. Aber wer z.B. extra aus Europa oder Amerika nach Shanghai fliegt, interessiert sich ja vielleicht auch eher für die chinesische Kunst. Das Messeprogramm besteht aus dem BEST OF GALLERIES, den Präsentationen der Messen, der internationalen Ausstellung DISCOVERIES und der Reihe PLATFORM für aufstrebende Künstler und Nachwuchsgalerien. Das diesjährige Kuratorenteam bilden Wang Jianwei, Mami Kataoka und Anton Vidokle.

Mami Kataoka
Mami Kataoka
Wang Jianwei

Wang JianweiAlso auf nach Shanghai?

Also auf nach Shanghai?

Ein Blick auf die Homepage sieht jedenfalls vielversprechend aus, sowohl die Galerien- als auch die Künstlerlisten. Und wem die Messe wider Erwarten zu langweilig wird, der kann sich ja immer noch Shanghai anschauen, z.B. das Shanghaier M 50 Art Quartier oder das wunderbare chinesische Essen genieβen! In der 20 Millionen Stadt gibt es ja immer etwas Neues zu sehen.

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