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In knapp 4 Wochen eröffnet in Shanghai mit der SHContemporary die Messe für zeitgenössische Kunst in der bedeutendsten Industriestadt Chinas. Vom 9.9. bis zum 13.9 sollen hier wieder sowohl asiatische als auch international tätige Galerien Werke von anerkannten und aufstrebenden Künstler vorstellen – und vor allem auch verkaufen…

Shanghai Exhibition Center

Shanghai Exhibition Center

Die Messe zählt zu den eher jungen Kunstereignissen, erst seit 2006 findet sie einmal im Jahr statt. Der Bereich der zeitgenössischen chinesischen Kunst war lange Zeit eine Art Black Box. Begonnen hat der China-Boom der Gegenwartskunst mit Harald Szeemanns Schwerpunkt auf China bei der Biennale in Venedig im Jahr 1999. Auktionshäuser und Galerien begannen sich für chinesische Gegenwartskunst zu interessieren –Absatz und Preise stiegen rasant in die Höhe. Auch die Galerienszene vor Ort hat sich rasend schnell entwickelt: Der Schweizer Lorenz Helbling war vor zehn Jahren mit seiner ShangART-Galerie der erste Galerist in Shanghai überhaupt. Und auch in Peking gab es Ende der 90er Jahre nur eine Galerie, heute sind es mehr als 400. Somit war es also nicht weiter verwunderlich, als die Schweizer Lorenzo Rudolf und Pierre Hubert eine Kunstmesse ins Leben riefen.

Die SHContemporary bezeichnet sich auf der Homepage als Asiens dynamischste und internationalste Messe für zeitgenössische Kunst. Laut eigener Angaben nahmen im letzten Jahr 140 internationale Galerien aus insgesamt 30 Ländern teil, welche wiederum 15.000 Besucher anziehen konnte. (zum Vergleich: 2008 kamen 38.000 Besucher zum Art Forum in Berlin). Die Kunstmesse findet im „Shanghai Exhibition Center“ statt. Das Gebäude aus den späten 40er Jahren im Zuckerbäckerstil, mit Marmorböden und reichen Stuckverzierungen, war ursprünglich ein Geschenk Stalins an Mao – jetzt wird es ganzjährig als Messezentrum genutzt.

So weit – so gut. Bei der zweiten Ausgabe im letzten Jahr allerdings war die Enttäuschung bei den Europäischen Galerien groβ. Als Ursache für schleppende Verkäufe sehen einige die hohe Mehrwertsteuer. Chinesen zahlen 34% Luxussteuer auf Kunstwerke – das hält sicher einige vom Kauf ab.

Man darf also gespannt sein, wie sich die 3. Ausgabe in diesem Jahr gestaltet. Es scheint, als nehmen in diesem Jahr weniger internationale Galerien teil. In den beiden Vorjahren lag das Verhältnis von asiatischen und nicht-asiatischen Galerien noch bei 50:50. Aber wer z.B. extra aus Europa oder Amerika nach Shanghai fliegt, interessiert sich ja vielleicht auch eher für die chinesische Kunst. Das Messeprogramm besteht aus dem BEST OF GALLERIES, den Präsentationen der Messen, der internationalen Ausstellung DISCOVERIES und der Reihe PLATFORM für aufstrebende Künstler und Nachwuchsgalerien. Das diesjährige Kuratorenteam bilden Wang Jianwei, Mami Kataoka und Anton Vidokle.

Mami Kataoka
Mami Kataoka
Wang Jianwei

Wang JianweiAlso auf nach Shanghai?

Also auf nach Shanghai?

Ein Blick auf die Homepage sieht jedenfalls vielversprechend aus, sowohl die Galerien- als auch die Künstlerlisten. Und wem die Messe wider Erwarten zu langweilig wird, der kann sich ja immer noch Shanghai anschauen, z.B. das Shanghaier M 50 Art Quartier oder das wunderbare chinesische Essen genieβen! In der 20 Millionen Stadt gibt es ja immer etwas Neues zu sehen.

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