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Ja, es gibt schon wieder einen Grund nach Berlin zu reisen. Nach der Transmediale, dem Festival für Kunst und digitale Kultur, kommen nun alle Filmfans bei der Berlinale auf ihre Kosten. Heute eröffnet die inzwischen 60. Ausgabe der Filmfestspiele. Bis zum 21. Februar werden dann Filme verschiedener Kategorien in insgesamt 25 Kinos gezeigt, die in ganz Berlin verteilt sind.

Die Festivalsektionen wie „Wettbewerb“, ‚Panorama“, „Generation“, „Persepktive Deutsches Kino“ etc. bleiben auch in diesem Jahr wieder erhalten. Besondere Überraschungen bietet sicherlich auch das Programm der Sektion „Retrospektive“, für welches das Deutsche Filmmuseum verantwortlich zeichnet und im Rahmen dessen Klassiker wieder neu aufgelegt werden.

Um an Karten zu kommen, muss man entweder Journalist sein oder sehr geduldig. Traditionsgemäβ muss man sich beim Kartenkauf beeilen oder lange im Voraus anstellen, denn viele Vorführungen sind schnell ausverkauft! Wenn man die begehrte Karte für den Favoriten dann doch nicht bekommt, kann sich ein Ticket für einen unbekannten Film oft lohnen, denn meist kann man auf der Berlinale echte Schätze entdecken.

Entschieden einfacher gestaltet sich die Suche nach einem günstigen Hotel in Berlin! Empfehlenswert ist ein Hotel rund um den Potsdamer Platz, da hier die meisten Spielstätten gleich in der Nähe sind!

Berlinale 2009. Zoo Palast

Unter dem Titel „OVERLAP – Sound & Other Media” findet parallel zum Festival Transmediale auch in diesem Jahr die Clubtransmediale (CTM) statt. Die inzwischen 11. Ausgabe hat am 28 Januar eröffnet und dauert noch bis zum Sonntag, den 7. Februar an. Wer es bis jetzt noch nicht geschafft hat, sollte sich beide Festivals in Berlin auf keinen Fall entgehen lassen! Heute Abend gibt es unter anderem Charlemagne Palestine (US), Thomas Meinecke und Tobias Rapp (DE), Serengeti & Band (US), Kelpe (UK), Four Tet (UKÖ und Funckarma (NL) zu sehen und vor allem zu hören. Das komplette Wochenendprogramm sowie alle Locations in Berlin gibt es auf der Homepage der CTM zu sehen. Wer noch schnell eine günstige Unterkunft in Berlin sucht, findet bestimmt etwas bei liligo.

Nur noch einen Tag und eine Nacht, dann ist es soweit. Die transmediale findet in diesem Jahr vom 2. bis zum 7. Februar statt und feiert ihre groβe Eröffnung am morgigen Dienstag.

transmediale 2007

Das Festival für Kunst und digitale Kultur findet bereits seit den späten 1980er Jahren statt. Gegründet als Videofilmfestival unter dem Namen VideoFilmFest, wurde mit der Konzentration auf Medienkunst auch der Name erst in transmedia und dann ab 1998 in transmediale umgeändert.

Das Festival selbst besteht auch mehreren Teilen, zu denen Ausstellungen, Konferenzen und viele kleinere Programm gehören. Jedes Jahr wird ein anderes Motto gewählt. Nach dem letzten Jahr „Deep North“, haben sich die Organisatoren im Jahr 2010 für das Thema „Futurity Now“ entschieden.

transmediale 2008

Die Hauptaussstellung „Future Obscura“ wurde in diesem Jahr von Honor Harger kuratiert. Zu den ausstellenden Künstlern gehören: Julius von Bismarck (de), Ryoji Ikeda (jp/fr), Zilvinas Kempinas (lt/us), Julien Maire (de/fr), Yvette Mattern (de/us), Alice Miceli (br), Julian Oliver, Clara Boj, Diego Diaz and Damian Stewart (nz/es), Ken Rinaldo (us), Gebhard Sengmüller (au), Bengt Sjölén, Adam Somlai-Fischer & Usman Haque (se/hu/uk), TeZ (it/nl).

transmediale 2007

Hauptveranstaltungsort der transmediale ist auch in diesem Jahr wieder das Haus der Kulturen der Welt. (John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin). Die Eintrittsgelder reichen von 5 Euro für die Ausstellung über 6 Euro für Konferenzen bis hin zu 10-12 Euro für Performances. Das detaillierte Programm sowie alle Infos zu Eintrittsgeldern und Veranstaltungsorten in Berlin gibt es auf der Homepage der transmediale.

Die Veranstaltung ist einzigartig in Deutschland und zieht jährlich tausende internationaler Besucher an. Für all diejenigen, die sich kurz entschlossen, doch noch für einen Kurztrip zur transmediale entscheiden. Günstige Last-Minute-Flüge sowie preiswerte Unterkünfte in Berlin findet man auch noch einen Tag vor der Abreise!

Anfang März findet die 7. Ausgabe der art KARLSRUHE statt. Am Mittwoch dem 3. März werden die Pforten der Messe für Kunst der Klassischen Moderne und der Gegenwart für geladene Besucher zur Preview geöffnet.

art KARLSRUHE 2009

Im letzten Jahr zählte die Messe 40.200 Besucher und stellte damit einen neuen Rekord auf. 2010 werden insgesamt 200 Aussteller ihre Künstler und Kunstwerke vorstellen.

Auch das Programm art from berlin, welches im letzten Jahr Premiere feierte wird fortgesetzt. Berliner Galerien traten gemeinsam im Rahmen des Landesverbands Berliner Galerien in Karlsruhe auf. Ob das Konzept auch für die jeweiligen Galerien aufging, ist fraglich. Von den 14 Teilnehmern, haben lediglich 3 im Vorjahr teilgenommen, die anderen 11 Galerien, darunter Seitz und Partners, sind neue Partner dieses Projekts.

art KARLSRUHE 2009

Gespannt darf man trotzdem sein. Die Messe in Karlsruhe steht für hohe Qualität und wird sicherlich auch in diesem Jahr einige Überraschungen bereithalten!

Kurzer Datencheck:

  • Vernissage: 3. März  2010, 14.00 Uhr – 21.00 Uhr (nur mit Einladung)
  • Geöffnet: 4.-7. März
  • Öffnungszeiten: täglich 12 – 20 Uhr, Sonntag 11 – 19 Uhr
  • Adresse: Messe Karlsruhe, Messeallee 1, 76287 Rheinstetten
  • Eintritt: Tageskarte 16 Euro / ermäβigt 12 Euro. Die Karte beinhaltet auch Eintrittsermäβigung in vielen Museen und Galerien.
  • Hotels in Karlsruhe

Dieses Jahr finden nun exakt zeitgleich in Moskau und Berlin zwei international bedeutende Messen statt. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?

MOSKAU

Gleich zwei Groβereignisse kann man im September in Moskau erleben: Die Art Moskau sowie die Biennale Moskau.

Art Moskau

Die Kunstmesse Art Moskau eröffnet ihre 13. Ausgabe offiziell am Mittwoch, den 23. September. (ebenso wie das Art Forum Berlin) Allerdings gibt es hier einen Tag vorher die exklusive Preview. Wer also eine Einladung hat, kann durchaus an beiden Vorbesichtigungen teilnehmen!

Die Art Moskau spielt– milde ausgedrückt – nicht gerade eine Hauptrolle in der globalen Kunstmesselandschaft. Doch das sagt vielleicht weniger etwas über die Qualität als über das immer noch schwierige Verhältnis zur osteuropäischen Kunstszene aus. Auf der Homepage spricht man immerhin von der gröβten und wichtigsten Kunstmesse Osteuropas. Mit rund 40 Teilnehmern war die Messe im letzten Jahr nun recht übersichtlich aber international orientiert. Die beiden Galeristen Hans Knoll aus Wien und Volker Diehl aus Berlin nehmen schon seit Jahren an der Messe teil und wirken dort auch als Berater. Die Teilnehmer für dieses Jahr sind leider noch nicht veröffentlicht – es bleibt also spannend.

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der  Biennale Venedig

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der Biennale Venedig

Biennale Moskau

Wem die Messe noch nicht als Grund genügt, nach Moskau zu reisen – der sollte sich über die Biennale Moskau informieren – vielleicht lockt die ja dann mit hochrangigen Namen.

Vom 24. September bis 25. Oktober wird hier einen Monat lang die Creme de la Creme der russischen und internationalen Kunst gezeigt.

Die Biennale Moskau findet damit nun zum 3. Mal statt. Die Meinungen über die Biennale 2007 waren sehr gespalten. Doch die Künstlerliste und das diesjährige Kuratorenteam klingen sehr vielversprechend. Jean-Hubert Martin, Joseph Backstein und Olivier Varenne zeichnen in diesem Jahr für die gezeigten Werke verantwortlich. Präsentiert werden u.a. die von mir sehr geschätzten Künstler Marina Abramović, Anish Kapoor, AES+F und Erwin Wurm.

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor

Moskau ist sicherlich eher etwas für diejenigen, die sich wirklich für russische oder „osteuropäische“ Kunst interessieren oder zumindest neugierig darauf sind. Mich würde Moskau schon sehr reizen, vor allem, weil ich noch nie da war. Auβerdem kommt man schon relativ günstig mit dem Flieger nach Moskau – kein Grund also nicht hinzufahren.

Wahrscheinlich werde ich aber während der Messen in Berlin arbeiten und muss daher mit den russischen Galerien in Berlin Vorlieb nehmen…

Dieses Jahr finden exakt zeitgleich zwei international bedeutende Kunstmessen in Moskau und Berlin statt. Auch die Eröffnung erfolgt am gleichen Tag, dem 23. September. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?

BERLIN

ArtForum Berlin 2008

ArtForum Berlin 2008

Das Art Forum ist die älteste und etablierteste unter den Berliner Kunstmessen. Am Mittwoch, den 23. September wird die 14. Ausgabe mit der Vorbesichtigung und der Abendveranstaltung eröffnet. Insgesamt 130 Galerien aus aller Welt werden derzeit angekündigt. In diesem Jahr gibt es einige Neuerungen: Im Sektor „galleries“ haben Galerien, die den Schwerpunkt auf Kunst ab den 60er Jahren legen, nun auch die Möglichkeit an der Messe für zeitgenössische Kunst teilzunehmen. Der Sektor „focus“ dagegen gibt auch jungen Galerien, die weniger als 5 Jahre existieren, eine Chance. Der Auβenbereich wird durch den Sektor „plein air“ bespielt. Auβer den Künstlern und Galerien werden auch immer kulturelle Institutionen sowie internationale Kunstverlage und Magazine präsentiert.

Zeitgleich finden die „Satellitenmessen“ Berliner Kunstsalon, Preview und Berliner Liste statt. Allerdings haben auch diese sich längst zu eigenständigen Messen mit hohem Niveau entwickelt, vor allem die Preview mit ihrer internationalen Ausrichtung.

Berliner Kunstsalon 2008

Berliner Kunstsalon 2008

Der Berliner Kunstsalon, die zweitgröβte Messe in Berlin, zieht in das Humboldt-Umspannwerk ein. Die Ausstellerliste ist noch nicht veröffentlicht, es wird aber mit 80 Ausstellern und 250 künstlerischen Positionen gerechnet.

Die Berliner Liste, welche zum 6. Mal statt findet, bezeichnet sich selbst auf ihrer Homepage als „Seismographen für zeitgenössische Tendenzen“. Ich persönlich fand, dass die Liste in den ersten Ausgaben sehr spannend war, aber in den letzten 2 Jahren schon etwas geschwächelt hat. Wenig vielversprechend sieht dann auch die Nachricht aus, die am unteren Rand der Website entlang läuft: Da es noch freie Plätze gibt, werden weiterhin Bewerbungen akzeptiert…Zumindest werden bereits „ca. 60 internationale Galerien“ angekündigt, was sich mit einem Blick auf die Ausstellerliste bestätigen lässt. Damit könnte die Liste in Konkurrenz zur Preview treten, die sich immer als die Messe, mit der internationalsten und aktuellsten Ausrichtung verstanden hat.

Die Berliner Messen sind auch für Nicht-Sammler und Nicht-Galeristen einen Besuch wert. Hier sieht man sowohl Arbeiten von jungen, unbekannten Künstlern, als auch Kunstwerke von international anerkannten Künstlern, die man sonst vielleicht nicht so oft zu Gesicht bekommt. Aus eigener Erfahrung der letzten Jahre kann ich sagen, dass für alle Kunstinteressierte ein Besuch in Berlin zum Pflichtprogramm gehört. Nicht nur auf den Messen, sondern in der ganzen Stadt, in Museen und Galerien, ist hochkarätige internationale Kunst zu sehen.

Wer also im September Zeit hat, sollte unbedingt nach Berlin fahren und sich dort umschauen. Alle armen Kunststudenten, die keine Freunde, Verwandten oder Bekannte haben, können beruhigt sein. In Berlin gibt es immer ein günstiges Hotel oder Hostel. Man muss nur rechtzeitig reservieren, da die Stadt zur Messezeit ziemlich voll wird. Die Kunst- und Kulturszene an sich ist ja schlieβlich eines der Markenzeichen und Aushängeschilder Berlins.

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