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Die diesjährigen Gewinner des ART COLOGNE-Preises wurden nun bekannt gegeben. Die ART COLOGNE bezeichnet sich selbst als „bedeutendste Kunstmesse Deutschlands”, unbestritten ist sie die älteste Kunstmesse der Welt! Zum ersten Mal fand sie 1967 statt. Mit der Mischung aus Ausstellung, Handel und Kunstforum wurde die ART COLOGNE Vorbild für all die vielen Kunstmessen, die folgen sollten…die Mutter aller Kunstmessen quasi!

Familie Grässlin. Photo: Clegg & Guttmann, The Art Collectors, 2008

Wichtiger Bestandteil des Messeprogramms ist der ART COLOGNE-Preis, der vom Bundesverband Deutscher Galeristen und Editionen vergeben wird. Im letzten Jahr konnte sich der Sammler Dr. Harald Falckenberg über den Preis freuen. Und auch in diesem Jahr steht der Preisträger schon vorher fest, oder besser gesagt die Preisträger, denn diesmal wird eine ganze Familie ausgezeichnet. Die Familie Grässlin wird für ihre „herausragenden Verdienste um die Vermittlung moderner Kunst“ am 22. April im Historischen Rathaus Köln den Preis entgegen nehmen dürfen. Die Grässlins sind vor allem für ihre Bemühungen in ihrer gemeinde St. Georgen im Schwarzwald bekannt. Hier kann man dank des Engagements der Familie  Werke von Kippenberger, Herold, Oehlen und Mucha bestaunen.

Martin Kippenberger: Fliegender Tanga (#2), 1983, Sammlung Grässlin

Die Kunstmesse ART COLOGNE selbst findet vom 21. – 25. April statt. Wer sie besuchen möchte, sollte sich schon einmal eine Unterkunft in Köln suchen, denn zur Messezeit wird es an der Stadt am Rhein bekanntlich immer etwas knapp.

Anfang März findet die 7. Ausgabe der art KARLSRUHE statt. Am Mittwoch dem 3. März werden die Pforten der Messe für Kunst der Klassischen Moderne und der Gegenwart für geladene Besucher zur Preview geöffnet.

art KARLSRUHE 2009

Im letzten Jahr zählte die Messe 40.200 Besucher und stellte damit einen neuen Rekord auf. 2010 werden insgesamt 200 Aussteller ihre Künstler und Kunstwerke vorstellen.

Auch das Programm art from berlin, welches im letzten Jahr Premiere feierte wird fortgesetzt. Berliner Galerien traten gemeinsam im Rahmen des Landesverbands Berliner Galerien in Karlsruhe auf. Ob das Konzept auch für die jeweiligen Galerien aufging, ist fraglich. Von den 14 Teilnehmern, haben lediglich 3 im Vorjahr teilgenommen, die anderen 11 Galerien, darunter Seitz und Partners, sind neue Partner dieses Projekts.

art KARLSRUHE 2009

Gespannt darf man trotzdem sein. Die Messe in Karlsruhe steht für hohe Qualität und wird sicherlich auch in diesem Jahr einige Überraschungen bereithalten!

Kurzer Datencheck:

  • Vernissage: 3. März  2010, 14.00 Uhr – 21.00 Uhr (nur mit Einladung)
  • Geöffnet: 4.-7. März
  • Öffnungszeiten: täglich 12 – 20 Uhr, Sonntag 11 – 19 Uhr
  • Adresse: Messe Karlsruhe, Messeallee 1, 76287 Rheinstetten
  • Eintritt: Tageskarte 16 Euro / ermäβigt 12 Euro. Die Karte beinhaltet auch Eintrittsermäβigung in vielen Museen und Galerien.
  • Hotels in Karlsruhe

Auch in Madrid hat sich das Phänomen der Satellitenmessen weit entwickelt. Wie bei allen anderen gröβeren Kunstmessen, wie zum Beispiel in Basel, Berlin und Köln, finden rund um die Hauptmesse ARCO auch kleinere Messen statt, die sich vor allem an junge Galerie und deren Künstler richten.

In Madrid wird es in diesem Jahr 3 weitere Messen geben, deren Besuch sich sicherlich lohnen wird, vor allem, wenn man sich für progressive und/oder noch nicht etablierte Künstler interessiert.

Die Just Madrid wird in der Casa del Reloj, in der Nähe des Kulturzentrums Matadero, stattfinden. Eingeladen wurden 10 spanische und 20 internationale Galerien. Die Veranstalter, die sonst Madridfoto ausrichten, möchten den ganz jungen Galerien eine Chance geben, sich zu präsentieren. (Website)

Die inzwischen fünfte Ausgabe der Art Madrid findet in der Casa de Campo statt. Eingeplant sind rund 65 internationale Galerien, deren Namen bisher jedoch noch nicht veröffentliche wurden. (Website)

Die dritte Satellitenmesse trägt den Titel DeArte und ist im Palacio de Congresos zu sehen.

Ein umfangreiches Programm also, bei dem sich ein Flug nach Madrid in jedem Fall lohnt!

Prado. Madrid

Vom 17. bis 21 Februar findet auch in diesem Jahr wieder die Kunstmesse ARCOmadrid statt. Galerien, Sammler und andere Akteure der globalen zeitgenössischen Kunstszene sind eingeladen, sich in der spanischen Hauptstadt über aktuelle Künstler und Trends zu informieren und sich auszutauschen.

ARCO Madrid 2009

Die umfangreiche Galerienliste klingt schon jetzt vielversprechend: (aus kunstaspekte.de)

General Programme: 1900 2000 Paris Ad Hoc Vigo Aele Evelyn Botella Madrid Aicon Gallery London Alexander And Bonin New York Álvaro Alcázar Madrid André Simoens Gallery Knokke Angels Barcelona Barcelona Anthony Reynolds Gallery London Arario Gallery Seoul Barbara Gross Munich Bärbel Grässlin Frankfurt Benveniste Contemporary Madrid Bernard Bouche Paris Cais Gallery Seoulcánem Castellón Caprice Horn Berlin Carles Taché Barcelona Carlos Carvalho-Arte Contemporanea Lisbon Carreras Múgica Bilbao Casa Triangulo Sao Paulo Casas Riegner Bogotá Catherine Putman Paris Cayón Madrid Charim Galerie Vienna Christopher Grimes Santa Monica Dan Galeria Sao Paulo Distrito Cuatro Madrid Dna Galerie Berlin Edward Tyler Nahem Fine Art, L.L.C. New York Elba Benítez Madrid Elisabeth & Klaus Thoman Innsbruck Elvira González Madrid Ernst Hilger Vienna Espacio Mínimo Madrid Espaivisor Galeria Visor Valencia Estiarte Madrid Estrany De La Mota Barcelona Faggionato Fine Arts London Faria Fábregas Galería Caracas Filomena Soares Lisbon Fúcares Madrid Gana Art Gallery Seoul Georg Kargl Vienna Georg Nothelfer Galerie Berlin Grimm Fine Art Amsterdam Grita Insam Vienna Guillermo De Osma Madrid Guy Bärtschi Geneve Hans Mayer Dusseldorf Haunch Of Venison London Heinrich Ehrhardt Madrid Heinz Holtmann Cologne Javier López Madrid Joan Prats Barcelona Juana De Aizpuru Madrid Klaus Gerrit Friese Stuttgart La Caja Negra Madrid La Fábrica Madrid Leandro Navarro Madrid Lelong Paris Leme Sao Paulo Leyendecker Santa Cruz De Tenerife Lucía De La Puente Lima Luciana Brito Galeria Sao Paulo Luis Adelantado Valencia Mai 36 Galerie Zurich Maior Pollença Maisterravalbuena Madrid Mam Mario Mauroner Contemporary Art Vienna Vienna Manuel Barbié Barcelona Manuel Ojeda Las Palmas Mario Sequeira Braga Mark Müller Zurich Marlborough Gallery Madrid Marta Cervera Madrid Max Estrella Madrid Max Wigram Gallery London Meessen De Clercq Brussels Michael Janssen Berlin Miguel Marcos Barcelona Moisés Pérez De Albéniz Pamplona Moriarty Madrid Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder Vienna Nogueras Blanchard Barcelona Oliva Arauna Madrid Oriol Galeria D’art Barcelona Palma Dotze Vilafranca Del Penedès Pelaires Palma De Mallorca Pilar Parra & Romero Madrid Polígrafa Obra Gráfica Barcelona Projectesd Barcelona Rafael Ortiz Seville Reflex Amsterdam Ronmandos Gallery Amsterdam Sabine Knust Munich Senda Barcelona Slewe Amsterdam Soledad Lorenzo Madrid Sollertis Toulouse Studio Trisorio Naples T20 Murcia Thaddaeus Ropac Paris The Paragon Press London Thomas Schulte Berlin Tim Van Laere Antwerp Tomas March Valencia Toni Tàpies Barcelona Travesía Cuatro Madrid Trayecto Vitoria Vanguardia Bilbao Vistamare Benedetta Spalletti Pescara Walter Storms Galerie Munich Wetterling Gallery Stockholm Wolfgang Gmyrek Dusseldorf Zink Berlin
ARCO40: ADN Galería Barcelona Adora Calvo Salamanca Alejandro Sales Barcelona Alexandra Saheb Berlin Alfredo Viñas Málaga Altamira Gijón Annet Gelink Gallery Amsterdam Antonio Henriques-Galeria De Arte Viseu Art Nueve Murcia Bacelos Vigo Beijing Space Beijing Birgit Ostermeier Berlin Bitforms New York Brigitte Schenk Cologne Casado Santapau Madrid China Today Brussels Christian Lethert Cologne Del Sol St. Art Gallery Santander Espacio Líquido Gijón Factoría Compostela (C5 Colección) Santiago De Compostela Fonseca Macedo Ponta Delgada Formato Cómodo Madrid Gabriel Rolt Amsterdam Gimpel Fils London Jm Málaga Juan Silió Santander Kai Hilgemann Berlin Kashya Hildebrand Zurich Kuckei + Kuckei Berlin La Acacia La Habana Maribel López Gallery Berlin Michel Soskine Madrid Mirta Demare Rotterdam Ms Madrid Nf Nieves Fernández Madrid Orel Art Paris Paciarte Contemporary Brescia Perugi Artecontemporanea Padua Projectraum Viktor Bucher Vienna Prometeogallery Milan Raiña Lupa Barcelona Raquel Ponce Madrid Rosa Santos Valencia Rubicon Gallery Dublin Sandunga Granada Servando La Habana Siboney Santander Stella Lohaus Gallery Antwerp Taik Berlin Valle Ortí Valencia Van Der Mieden Antwerp Ybakatu Espaço De Arte Curitiba

ARCO Madrid 2009

In den Vorjahren wurden jeweils Gastländer eingeladen, um das Programm zu bereichern. In diesem Jahr wurde jedoch eine „Gaststadt“ ausgewählt. 17 Galerien aus Los Angeles (kuratiert von Kris Kuramitsu und Christopher Miles) sollen den Besuchern die „Vielfalt und den Reichtum“ der amerikanischen Großstadt vermitteln. Damit möchte die Messe nun eine neue Richtung einschlagen und nicht mehr nur bestimmte Länder, sondern für die Kunstszene relevante Regionen und Städte einbeziehen. Auf der Homepage der ARCOmadrid wird weiterhin ein umfassendes und interessantes Rahmenprogramm angekündigt. Man darf also gespannt sein!

Die Ticketpreise haben es mit 32 Euro pro Tag ganz schön in sich, aber das kennt man ja schon aus Madrid. Dafür sind die Flüge nach Madrid umso günstiger und auch bei den Hotels ist für jedes Budget etwas dabei.

Im Dezember ist es wieder soweit: die Kunstwelt blickt bangen Blickes nach Miami. Die Messe gilt immer noch als eine der umsatzstärksten Kunstmessen überhaupt und gilt als wichtiger Indikator für den Zustand des internationalen Kunstmarktes.

Art Miami 2008 Peter Belyi Danger Zone

Art Miami 2008, Peter Belyi: Danger Zone

Kurzinfo:

Art Miami: 2.-6. Dezember, Öffnungszeiten Mi-Sa 11-19 Uhr, So 11-17 Uhr, Eintritt: $15

Wie auch die Jahre davor finden zeitgleich wieder die Satellitenmessen SCOPE und PULSE statt.

Wer sich das Kunstspektakel nicht entgehen lassen möchte und selbst dabei sein will, sollte rechtzeitig einen günstigen Flug nach Miami reservieren. Nur noch einen Monat!

art Miami 2008 Margulies Collection

Art Miami 2008, Margulies Collection

Für alle Kurzentschlossenen: Morgen eröffnet in Turin die Kunstmesse Artissima!

Artissima 2007_Erwin Olaf_Barbara

Artissima 2007: Erwin Olaf: Barbara

Turin, vor allem bekannt für den Fuβballverein und den Autohersteller Fiat, zieht nun auch seit einigen Jahren die Liebhaber zeitgenössischer Kunst an. Die Messe Artissima hat an dieser Entwicklung groβen Anteil. In diesem Jahr sind aus Berlin unter anderem die Galerien Izabella Bortolozzi, carlier gebauer und Klosterfelde vertreten.

Artissima 2007

Artissima 2007

Trotz der kurzen Zeitspanne muss man sich sicherlich nicht vor den Massen an Besuchern fürchten. Ein günstiges Hotel in Turin findet man auch kurzfristig. Die Messe ist bis Sonntag, den 8. November täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Die Eintrittskarte kostet 13 Euro (reduziert 9 Euro).

Nachdem es im letzten Jahr groβe Kritik hagelte, dass die Berliner Messen erst nach der Frieze (und anderen internationalen Messen) stattfand – wurde in Berlin wieder umgedacht. Die Messen in Berlin sind nun überstanden – solide, zwar qualitativ hochwertig doch ohne besonders spektakuläre Neuigkeiten. Wie wird es wohl in London werden?

Frieze Art Fair 2006

London ist zwar immer eine Reise wert, doch in der nächsten Woche ganz besonders. Denn dann öffnet am 15. Oktober die Frieze Kunstmesse ihre Pforten. Besonders spannend wird es, weil die Frieze als trendsetzend für die Entwicklung am Kunstmarkt gesehen wird. Die Liste der teilnehmenden Galerie kann sich, wie immer, sehen lassen: die Gagosian Gallery ist ebenso wieder vertreten wie die Berliner/Londoner Sprüth Magers. Die Schau der Galerien wird jeden Tag um spannende Gespräche und Vorträge von Künstlern und Sammlern, sowie verschiedene Programme für Kinder ergänzt.

Frieze Art Fair 2007

Frieze Art Fair 2007

Bis Sonntag, den 18. Oktober kann man die Messe von 11 bis 19 Uhr (Sonntag nur 18 Uhr) im Londoner Regent’s Park besuchen. Wer noch keins zum „Frühbucherrabett“ ergattert hat, muss für ein Tagesticket 20 Pfund und für eine 4-Tageskarte 60 Pfund bezahlen. Günstige Flüge nach England und preiswerte Unterkünfte in London sind zwar prinzipiell immer knapp, aber durchaus noch vorhanden. Da die britische Währung jedoch gegenüber dem Euro vergleichsweise schwach ist, kann man durchaus ein schönes Wochenende in London verbringen, ohne sich zu sehr einschränken zu müssen.

In knapp 4 Wochen eröffnet in Shanghai mit der SHContemporary die Messe für zeitgenössische Kunst in der bedeutendsten Industriestadt Chinas. Vom 9.9. bis zum 13.9 sollen hier wieder sowohl asiatische als auch international tätige Galerien Werke von anerkannten und aufstrebenden Künstler vorstellen – und vor allem auch verkaufen…

Shanghai Exhibition Center

Shanghai Exhibition Center

Die Messe zählt zu den eher jungen Kunstereignissen, erst seit 2006 findet sie einmal im Jahr statt. Der Bereich der zeitgenössischen chinesischen Kunst war lange Zeit eine Art Black Box. Begonnen hat der China-Boom der Gegenwartskunst mit Harald Szeemanns Schwerpunkt auf China bei der Biennale in Venedig im Jahr 1999. Auktionshäuser und Galerien begannen sich für chinesische Gegenwartskunst zu interessieren –Absatz und Preise stiegen rasant in die Höhe. Auch die Galerienszene vor Ort hat sich rasend schnell entwickelt: Der Schweizer Lorenz Helbling war vor zehn Jahren mit seiner ShangART-Galerie der erste Galerist in Shanghai überhaupt. Und auch in Peking gab es Ende der 90er Jahre nur eine Galerie, heute sind es mehr als 400. Somit war es also nicht weiter verwunderlich, als die Schweizer Lorenzo Rudolf und Pierre Hubert eine Kunstmesse ins Leben riefen.

Die SHContemporary bezeichnet sich auf der Homepage als Asiens dynamischste und internationalste Messe für zeitgenössische Kunst. Laut eigener Angaben nahmen im letzten Jahr 140 internationale Galerien aus insgesamt 30 Ländern teil, welche wiederum 15.000 Besucher anziehen konnte. (zum Vergleich: 2008 kamen 38.000 Besucher zum Art Forum in Berlin). Die Kunstmesse findet im „Shanghai Exhibition Center“ statt. Das Gebäude aus den späten 40er Jahren im Zuckerbäckerstil, mit Marmorböden und reichen Stuckverzierungen, war ursprünglich ein Geschenk Stalins an Mao – jetzt wird es ganzjährig als Messezentrum genutzt.

So weit – so gut. Bei der zweiten Ausgabe im letzten Jahr allerdings war die Enttäuschung bei den Europäischen Galerien groβ. Als Ursache für schleppende Verkäufe sehen einige die hohe Mehrwertsteuer. Chinesen zahlen 34% Luxussteuer auf Kunstwerke – das hält sicher einige vom Kauf ab.

Man darf also gespannt sein, wie sich die 3. Ausgabe in diesem Jahr gestaltet. Es scheint, als nehmen in diesem Jahr weniger internationale Galerien teil. In den beiden Vorjahren lag das Verhältnis von asiatischen und nicht-asiatischen Galerien noch bei 50:50. Aber wer z.B. extra aus Europa oder Amerika nach Shanghai fliegt, interessiert sich ja vielleicht auch eher für die chinesische Kunst. Das Messeprogramm besteht aus dem BEST OF GALLERIES, den Präsentationen der Messen, der internationalen Ausstellung DISCOVERIES und der Reihe PLATFORM für aufstrebende Künstler und Nachwuchsgalerien. Das diesjährige Kuratorenteam bilden Wang Jianwei, Mami Kataoka und Anton Vidokle.

Mami Kataoka
Mami Kataoka
Wang Jianwei

Wang JianweiAlso auf nach Shanghai?

Also auf nach Shanghai?

Ein Blick auf die Homepage sieht jedenfalls vielversprechend aus, sowohl die Galerien- als auch die Künstlerlisten. Und wem die Messe wider Erwarten zu langweilig wird, der kann sich ja immer noch Shanghai anschauen, z.B. das Shanghaier M 50 Art Quartier oder das wunderbare chinesische Essen genieβen! In der 20 Millionen Stadt gibt es ja immer etwas Neues zu sehen.

Dieses Jahr finden nun exakt zeitgleich in Moskau und Berlin zwei international bedeutende Messen statt. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?

MOSKAU

Gleich zwei Groβereignisse kann man im September in Moskau erleben: Die Art Moskau sowie die Biennale Moskau.

Art Moskau

Die Kunstmesse Art Moskau eröffnet ihre 13. Ausgabe offiziell am Mittwoch, den 23. September. (ebenso wie das Art Forum Berlin) Allerdings gibt es hier einen Tag vorher die exklusive Preview. Wer also eine Einladung hat, kann durchaus an beiden Vorbesichtigungen teilnehmen!

Die Art Moskau spielt– milde ausgedrückt – nicht gerade eine Hauptrolle in der globalen Kunstmesselandschaft. Doch das sagt vielleicht weniger etwas über die Qualität als über das immer noch schwierige Verhältnis zur osteuropäischen Kunstszene aus. Auf der Homepage spricht man immerhin von der gröβten und wichtigsten Kunstmesse Osteuropas. Mit rund 40 Teilnehmern war die Messe im letzten Jahr nun recht übersichtlich aber international orientiert. Die beiden Galeristen Hans Knoll aus Wien und Volker Diehl aus Berlin nehmen schon seit Jahren an der Messe teil und wirken dort auch als Berater. Die Teilnehmer für dieses Jahr sind leider noch nicht veröffentlicht – es bleibt also spannend.

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der  Biennale Venedig

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der Biennale Venedig

Biennale Moskau

Wem die Messe noch nicht als Grund genügt, nach Moskau zu reisen – der sollte sich über die Biennale Moskau informieren – vielleicht lockt die ja dann mit hochrangigen Namen.

Vom 24. September bis 25. Oktober wird hier einen Monat lang die Creme de la Creme der russischen und internationalen Kunst gezeigt.

Die Biennale Moskau findet damit nun zum 3. Mal statt. Die Meinungen über die Biennale 2007 waren sehr gespalten. Doch die Künstlerliste und das diesjährige Kuratorenteam klingen sehr vielversprechend. Jean-Hubert Martin, Joseph Backstein und Olivier Varenne zeichnen in diesem Jahr für die gezeigten Werke verantwortlich. Präsentiert werden u.a. die von mir sehr geschätzten Künstler Marina Abramović, Anish Kapoor, AES+F und Erwin Wurm.

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor

Moskau ist sicherlich eher etwas für diejenigen, die sich wirklich für russische oder „osteuropäische“ Kunst interessieren oder zumindest neugierig darauf sind. Mich würde Moskau schon sehr reizen, vor allem, weil ich noch nie da war. Auβerdem kommt man schon relativ günstig mit dem Flieger nach Moskau – kein Grund also nicht hinzufahren.

Wahrscheinlich werde ich aber während der Messen in Berlin arbeiten und muss daher mit den russischen Galerien in Berlin Vorlieb nehmen…

Dieses Jahr finden exakt zeitgleich zwei international bedeutende Kunstmessen in Moskau und Berlin statt. Auch die Eröffnung erfolgt am gleichen Tag, dem 23. September. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?

BERLIN

ArtForum Berlin 2008

ArtForum Berlin 2008

Das Art Forum ist die älteste und etablierteste unter den Berliner Kunstmessen. Am Mittwoch, den 23. September wird die 14. Ausgabe mit der Vorbesichtigung und der Abendveranstaltung eröffnet. Insgesamt 130 Galerien aus aller Welt werden derzeit angekündigt. In diesem Jahr gibt es einige Neuerungen: Im Sektor „galleries“ haben Galerien, die den Schwerpunkt auf Kunst ab den 60er Jahren legen, nun auch die Möglichkeit an der Messe für zeitgenössische Kunst teilzunehmen. Der Sektor „focus“ dagegen gibt auch jungen Galerien, die weniger als 5 Jahre existieren, eine Chance. Der Auβenbereich wird durch den Sektor „plein air“ bespielt. Auβer den Künstlern und Galerien werden auch immer kulturelle Institutionen sowie internationale Kunstverlage und Magazine präsentiert.

Zeitgleich finden die „Satellitenmessen“ Berliner Kunstsalon, Preview und Berliner Liste statt. Allerdings haben auch diese sich längst zu eigenständigen Messen mit hohem Niveau entwickelt, vor allem die Preview mit ihrer internationalen Ausrichtung.

Berliner Kunstsalon 2008

Berliner Kunstsalon 2008

Der Berliner Kunstsalon, die zweitgröβte Messe in Berlin, zieht in das Humboldt-Umspannwerk ein. Die Ausstellerliste ist noch nicht veröffentlicht, es wird aber mit 80 Ausstellern und 250 künstlerischen Positionen gerechnet.

Die Berliner Liste, welche zum 6. Mal statt findet, bezeichnet sich selbst auf ihrer Homepage als „Seismographen für zeitgenössische Tendenzen“. Ich persönlich fand, dass die Liste in den ersten Ausgaben sehr spannend war, aber in den letzten 2 Jahren schon etwas geschwächelt hat. Wenig vielversprechend sieht dann auch die Nachricht aus, die am unteren Rand der Website entlang läuft: Da es noch freie Plätze gibt, werden weiterhin Bewerbungen akzeptiert…Zumindest werden bereits „ca. 60 internationale Galerien“ angekündigt, was sich mit einem Blick auf die Ausstellerliste bestätigen lässt. Damit könnte die Liste in Konkurrenz zur Preview treten, die sich immer als die Messe, mit der internationalsten und aktuellsten Ausrichtung verstanden hat.

Die Berliner Messen sind auch für Nicht-Sammler und Nicht-Galeristen einen Besuch wert. Hier sieht man sowohl Arbeiten von jungen, unbekannten Künstlern, als auch Kunstwerke von international anerkannten Künstlern, die man sonst vielleicht nicht so oft zu Gesicht bekommt. Aus eigener Erfahrung der letzten Jahre kann ich sagen, dass für alle Kunstinteressierte ein Besuch in Berlin zum Pflichtprogramm gehört. Nicht nur auf den Messen, sondern in der ganzen Stadt, in Museen und Galerien, ist hochkarätige internationale Kunst zu sehen.

Wer also im September Zeit hat, sollte unbedingt nach Berlin fahren und sich dort umschauen. Alle armen Kunststudenten, die keine Freunde, Verwandten oder Bekannte haben, können beruhigt sein. In Berlin gibt es immer ein günstiges Hotel oder Hostel. Man muss nur rechtzeitig reservieren, da die Stadt zur Messezeit ziemlich voll wird. Die Kunst- und Kulturszene an sich ist ja schlieβlich eines der Markenzeichen und Aushängeschilder Berlins.

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