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Was tun? Diese Frage stellt sich jetzt vielleicht der ein oder andere Kunstfan. Viele Galerien machen nur auch erst einmal Weihnachtspause. Alle erholen sich von den unzähligen Biennalen, Messen und Festivals in dem (fast) vergangenen Jahr und schöpfen neue Kraft für das nächste. Nach Groβereignissen wie der Biennale in Venedig, haben auch kleinere Veranstaltungen überzeugt, wie in diesem Blog nachzulesen ist. Wer trotzdem noch nicht genug bekommen kann, für den hat die Biennale in Lyon noch ihre Pforten bis zum Jahresanfang, dem 3. Januar 2010 geöffnet.

Takahiro Iwasaki. Skulpturen 2001-2008.

Unter dem Titel “The Spectacle of the Everyday” (Spektakel des Alltags) findet derzeit die 10. Ausgabe der Biennale Lyon statt. Kurator dieses Jahr ist Hou Hanru, geb. 1963 in China, heute international anerkannter Kurator und Autor u.a. in den USA, Japan.

Jompet Kuswidananto. Java's Machine : Phantasmagoria, 2008

Teilnehmende Künstler

Adel Abdessemed, Bani Abidi, Maria Thereza Alves, Fikret Atay, Bik Van der Pol, Sylvie Blocher, George Brecht, Alan Bulfin, Pedro Cabrita Reis, Sophie Dejode & Bertrand Lacombe, Jimmie Durham, Latifa Echakhch, Mounir Fatmi, Thierry Fontaine, Dora García, Laura Genz and the CSP75, Shilpa Gupta, Ha Za Vu Zu, HeHe, Helen Evans, Heiko Hansen, Oliver Herring, Huang Yongping, Takahiro Iwasaki, Jompet Kuswidananto, Leopold Kessler, Ian Kiaer, Lee Mingwei, Mark Lewis, Michael Lin, Lin Yilin, Liu Qingyuan & Yah, Barry McGee, Robert Milin, Carlos Motta, Wangechi Mutu, Eko Nugroho, Ceren Oykut, Adrian Paci, Dan Perjovschi, Oliver Ressler, Pedro Reyes, Rigo 23, Sarkis, Katerina Seda, Société Réaliste, Sarah Sze, T.A.M.A., Torolab, Tsang Kinwah, UN NOUS, Eulàlia Valldosera, Agnès Varda, Wong Hoy Cheong, Xijing Men, Yang Jiechang, Yangjiang Group

Barry McGee. Installation. 2009.

Infos:

Flugzeit Frankfurt am Main – Lyon rund 1 Stunde und 20 Minuten

Preise für Flugtickets nach Lyon vergleichen.

Vom Flughafen Saint-Exupéry sind es rund 20 km ins Stadtzentrum.

Günstige Unterkunft im Zentrum Lyons finden.

Öffnungszeiten:

Von Mittwoch, 16. September 2009 bis Sonntag, 3. Januar 2010.

Zeiten: Dienstag bis Sonntag 12-19 Uhr, Freitag 12-22 Uhr

Geschlossen Montags, am 25. Dezember und am 1. Januar 2010.

Orte:
La Sucrière: Les Docks, 47-49 quai Rambaud, Lyon 2

Lyon Museum of Contemporary Art: Cité Internationale, 81 quai Charles de Gaulle, Lyon 6

The Bullukian Foundation: 26 place Bellecour, Lyon 2
The Bichat Warehouse: 5 rue Bichat, Lyon 2

Alle Ausstellungsorte sind mittels Shuttle-Booten miteinander verbunden. Beim Vorzeigen der Eintrittkarte ist die Benutzung gratis.

Tickets:

Tageskarte: 12 Euro (mit Audioguide oder Führung 14 Euro)

Ermäβigt: 6 Euro

Biennale-Pass: (gültig für die gesamte Dauer, an allen Orten)

Erwachsene: 19 Euro, (ermäβigt 12 Euro), 2 Personen 28 Euro

Ab morgen kommen die Liebhaber künstlerischer Filme wieder voll auf Ihre Kosten. Dann nämlich öffnet die KunstFilmBiennale in Köln und Bonn ihre Pforten.

pickelporno_pipilotti-rist

pickelporno pipilotti rist

Seit 2002 untersucht die Kölner KunstFilmBiennale mit ihrem Programm die Grenzen zwischen Kunst und Kino. Dazu werden Ausstellungen, das Filmfestival und nationale wie internationale Wettbewerbe genutzt. Auch Retrospektiven von Künstlern werden gezeigt: in diesem Jahr ist zum Beispiel eine Rückschau auf das filmische Werk von Pipilotti Rist mit dabei. Insgesamt 160 Filme stehen in diesem Jahr auf dem Plan.

lebanon_samuel-maoz

lebanon samuel maoz

Eröffnet wird das Festival in diesem Jahr von den Filmen „The Butcher’s Shop von Philip Haas sowie „Lebanon“ des israelischen Regisseurs Samuel Maoz. Der verstörende Kriegsfilm sorgte bereits auf der Biennale in Venedig für Furore.

Spielorte:
Köln: Filmforum im Museum Ludwig, CINEDOM Köln, Filmpalette
Bonn: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Kunstmuseum Bonn

Eintrittspreise:
In Köln je Vorführung: 6 €, ermäßigt 5 €
Im Forum der Bundeskunsthalle Bonn je Vorführung: 6 €, ermäßigt 3,50 €
Im Kunstmuseum Bonn und im Medienkunstraum der Bundeskunsthalle Bonn ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei. Mit dem Festivalpass für 40 Euro erhält man freien Eintritt zu allen Vorstellungen sowie den Katalog.

Zwischen Bonn und Köln fährt eine S-Bahn, etwas schneller geht es mit dem Zug. Mit einer preiswerten Unterkunft im Zentrum Kölns ist man gut beraten, denn von dort erreicht man alle Spielorte sowie den Hauptbahnhof in wenigen Minuten.

Slowenien bietet nicht nur hervorragende Bedingungen für den perfekten Winter- / Skiurlaub, auch schon vorher lohnt sich ein Wochenendtrip nach Ljubljana. Zieht die slowenische Hauptstadt ansonsten mit seiner wunderschönen Altstadt und preiswerten Wellness-Hotels Besucher an, so sind es im September/Oktober diesen Jahres die Liebhaber zeitgenössischer Graphik.

Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell,  Reverse View, 2009

Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell, Reverse View, 2009

Nur noch 10 Tage läuft die 28. Graphikbiennale in Ljubljana, die bereits Anfang September eröffnet wurde. Die Biennale hat eine lange Tradition, seit 1955 gibt es sie, ins Leben gerufen zu einer Zeit, in der auch die erste Biennale in São Paulo (1951) und die erste Documenta in Kassel (1955) abgehalten wurden.

In Ljubljana dreht sich alles um die zeitgenössische Graphik, zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellung finden statt. Die Hauptausstellung „Matrix: instabile Realität“ würde unter der Direktion von Božidar Zrinski konzipiert. Die Ausstellung wird an denjenigen Orten gezeigt, die auch maβgeblich an der Organisation beteiligt waren: Internationales Zentrum für graphische Kunst, Galerie Alkatraz, Ganes-Pratt-Galerie, Jakopič-Galerie, Galerie Kapsula und Galerie Škuc.

La Más Bella, La Más Bella TÚ, 2003, wallet containing works by 50 artists, edition: 1000 copies

La Más Bella, La Más Bella TÚ, 2003, wallet containing works by 50 artists, edition: 1000 copies

Teilnehmende Künstler:

Afsoon, Vahram Aghasyan, Julieta Aranda, Nika Autor, BAS / Bent, Viktor Bernik, Anita di Bianco, Sabine Bitter & Helmut Weber, BridA (Sendi Mango, Jurij Pavlica, Tom Kerševan), Chto Delat (Dmitry Vilensky), Lee Chul Soo, Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell, Ksenija Čerče, Vuk Ćosić, Vesna Drnovšek, Igor Eškinja, Małgorzata Etber Warlikowska, Jesper Fabricius, Jakup Ferri, Ivan Fijolić, Ye Funa, Fernando García, Samuel Grajfoner, Ivan Grubanov, Dejan Habicht, Bu Hua, Hungarian Double-Tailed Dog, Ištvan Išt Huzjan, Space Invader, Justseeds, Dejan Kaludjerović, David Kareyan, Sameera Khan, Taiyo Kimura, Iva Kovač, Jelena Kovačević, Matej Košir, Borut Krajnc, Ana Lozica, Tanja Lažetić, Nicola López, M-City, Ján Mančuška, La Más Bella, Ines Matijević Cakić, Eva & Franco Mattes, Zhang Minjie, Tracey Moffatt, Ivan Moudov, Carlos Motta, Alban Muja, Nika Oblak & Primož Novak, Ahmet Ögüt, Juan Perez Agirregoikoa, Cesare Pietroiusti, Nada Prlja, radioCona, Société Réaliste, Betsabeé Romero, Francesc Ruiz, Adrian Sauer, Klaus Schafler, Nana Shiomi, Jelena Sredanović, Katja Sudec, Therese Sunngren, Swoon, Miha Štrukelj, Marko Tadić, Tomaž Tomažin, Nasan Tur, Ignacio Uriarte, Huiqin Wang, Patrick Ward, Maria Alicia Zamora Noguera, Moises Yagües Fernandez, Katarina Zdjelar

Über die Ausstellung heiβt es auf der Homepage der Biennale:

„Die Ausstellung geht auf aktuelle Probleme ein, welche die Matrix-Filmtrilogie der Kunst und Gesellschaft gestellt hat, wobei die Ausstellung versucht, auf folgende Fragen zu antworten: Bleibt ein Medium dasselbe, auch wenn es in seine Sprache neue Technologien aufnimmt? Vergrößert sich dadurch das kunstinteressierte Publikum? Was für eine gesellschaftliche Macht haben die, die in Besitz der Matrix sind? Rechtfertigt der Besitz der Matrix auch exklusive Vervielfältigungsrechte? Kann man eine perfekte Welt – sei es nun eine reale oder virtuelle – schaffen? Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der Arbeiten von über 80 sowohl international bekannten als auch aufstrebenden Künstlern, und zwar vom traditionellen und modernen Druck bis zu Künstlerbüchern sowie öffentlichen, Medien- und Computerinterventionen.“

Für all diejenigen, die sich für zeitgenössische Graphik interessieren, ist die Biennale ein absolutes Muss. Noch bis zum 25.10.2009 sind die Ausstellungen von Dienstag bis Sonntag, 11.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Am besten beraten ist man mit einer Unterkunft im Zentrum Ljubljanas, dann erreicht man alle wichtigen Ausstellungsorte leicht zu Fuβ. Und alle, die nicht so spontan sind und sich trotzdem für die Biennale interessieren, müssen sich leider 2 Jahre bis zu nächsten Ausgabe gedulden.

Am letzten Samstag, den 12. September war es wieder soweit. Die Biennale in Istanbul wurde eröffnet. Bereits seit 1987 wird im Rahmen der Biennale alle 2 Jahre türkische und internationale Kunst gezeigt, organisiert von der Istanbuler Stiftung für Kultur und Kunst.

Eröffnung Biennale Istanbul

Eröffnung Biennale Istanbul

Der Titel der 11. Biennale in Istanbul „Denn wovon lebt der Mensch?“ wurde von Brechts Dreigroschenoper übernommen und ist damit zugleich politisches Statement. In Brechts Stück antwortet Mackie Messer auf die Frage mit: “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”.

ShahabFotohui auf der Istanbul Biennale

ShahabFotohui auf der Istanbul Biennale

In der Biennale antwortet das Kuratoren-Kollektiv „What, How and for Whom/WHW” aus Zagreb darauf mit mehr als 120 Projekten von 70 Künstlern aus 40 Ländern. Die bisherigen Ausstellungen und Projekte der vier Kuratorinnen, Ivet Ćurlin, Ana Dević, Nataša Ilić und Sabina Sabolović, kann man sich auf deren Website anschauen.

Bis zum 8. November 2009 werden die einzelnen künstlerischen Positionen an 3 Ausstellungsorten gezeigt. Ausgewählt wurden vor allem Arbeiten von Künstler, deren Arbeiten ein politisches Engagement zeigen, wie z.B. die Arbeit des iranischen Künstlers Shahab Fotouhi. Eher ungewohnt für eine Biennale ist, dass nicht nur aktuelle Positionen, sondern auch ältere Kunstwerke aus den siebziger Jahren einbezogen werden. Dies ergänzt sich aber gut zu der insgesamt aktivistischen Geste der diesjährigen Istanbuler Biennale.

Societe Realiste: Culturestates Greater Europe. Detail

Societe Realiste: Culturestates Greater Europe. Detail

Im nächsten Jahr ist Istanbul neben Essen und Pécs Europäische Kulturhauptstadt. Die Biennale kann man durchaus als Schritt in diese Richtung verstehen. Wer jetzt schon einen Blick auf die türkische Metropole werfen möchte, für den bietet sich während der Biennale die beste Gelegenheit. In zahlreichen anderen Veranstaltungen und Ausstellungen auβerhalb der Biennale präsentiert sich die junge, zeitgenössische Kunstszene Istanbuls.

Facts Istanbul Biennale:

Die meisten Besucher werden sicherlich mit dem Flieger anreisen. Istanbul verfügt über 2 Flughäfen: Linienflüge landen meist am Flughafen Atatürk auf der europäischen Seite, Charterflüge eher auf der asiatischen Seite am Flughafen Istanbul-Sabiba Gökcen.

Am bequemsten kommt man mit dem Taxi oder einem Hotel-Shuttleservice vom jeweiligen Flughafen in die Stadt.

Biennale Tickets:

Normalpreis: 10 TL (4,50 Euro)

Ermäβigt: 5 TL, Gruppen (20 Personen): 8 TL

Die Tickets erhalten Sie auf www.biletic.com, sowie an den Ausstellungsorten der Biennale.

Biennale Ausstellungsorte:

Antrepo No.3: Meclis-i Mebusan Caddesi, Liman İşletmeleri Sahası, Tophane
Feriköy Greek School: Abide-i Hürriyet Caddesi No.5, Şişli
Tütün Deposu (Tobacco Warehouse): Lüleci Hendek Caddesi, Koltukçular Çıkmazı No.1, Tophane
Zwischen Orten gibt es bis Ende September einen Shuttle-Service.

Öffnungszeiten: Di-So: 10-19 Uhr

Für alle diejenigen, die sich gerade im Urlaub befinden, eine schöne Abwechslung vom Strandleben und für alle Last-Minute-Urlauber eine günstige Gelegenheit – die BIENNALEN UND FESTIVALS IN GRIECHENLAND!

Neben der Biennale in Venedig scheinen alle anderen Kunstereignisse zu verblassen – nicht ganz zu Recht wie ich finde. Das diesjährige Programm macht Lust darauf, zeitgenössische griechische Kunst kennen zu lernen und sie im Kontext mit internationalen Kunstwerken zu sehen.

Thessaloniki Biennale Stadtraum

Thessaloniki Biennale Stadtraum

THESSALONIKI

Bereits seit Ende Mai läuft die Biennale Zeitgenössischer Kunst in Thessaloniki. Bis zum 27. September kann man sich noch Arbeiten von mehr als 150 Künstlern aus der ganzen Welt anschauen. Die zweite Ausgabe läuft unter dem Titel: “PRAXIS – art in times of uncertainty” und reflektiert mit dem Titel bereits ein aktuelles Zeitgefühl. Das Kuratorenteam besteht ausschlieβlich aus Frauen, die sich schon international einen Namen gemacht haben: Bisi Silva, Gabriela Salgado und Syrago Tsiara. Nun ist Thessaloniki zugegebenermaβen nicht gerade bekannt als Metropole zeitgenössischer Kunst. Das wird von den Organisatoren jedoch durchaus als Anreiz gesehen. Die Entfernung von den europäischen Kunstzentren erlaube die Freiheit, neue avantgardistische Ideen zu verwirklichen und so einen Beitrag zur zeitgenössischen Kunstentwicklung zu leisten – und nicht nur vorhandene Kunst zu reproduzieren.

Athen

Athen

ATHEN

Und auch Athen hat in diesem Jahr zum zweiten Mal eine Biennale auf die Beine gestellt. Noch bis zum 4. Oktober sind die Ausstellungen geöffnet. Auch hier sind sowohl Kuratoren als auch Künstler internationaler Herkunft. Nachdem bei der ersten Ausgabe das Motto noch progressiv „Destroy Athens“ lautete, werden in diesem Jahr versöhnlichere Töne angeschlagen. Das Leitmotiv „HEAVEN“ rekurriert auf Aspekte der Vollkommenheit, im Sinne der Antike, aber auch der deutschen Kunst vom Idealismus bis zur Romantik und Gegenwart. So wundert es nicht, dass die deutschen Künstler zahlenmäβig einen Schwerpunkt bei der Biennale in Athen bilden. Darunter sind: Thomas Bayrle, Andrea Geyer, Maria Loboda, Natascha Sadr Haghighian, Benita-Immanuel Grosser, Andrea Köhler (The Errorists), Anja Kirschner, Christoph Schlingensief, Daniel Gustav Cramer (The Infinite Library), Harun Farocki, Sandra Kranich, Markus Selg, Lothar Hempel u.v.m..

Wer sich von der Aktualität und den avantgardistischen Qualitäten in Griechenlands zeitgenössischer Kunst überzeugen möchte, dem sei ein günstiger Flug nach Athen oder Thessaloniki ans Herz gelegt. Beide Städte trennen etwa 500 km, die man durchaus mit dem Mietwagen zurücklegen kann.

Kunst und Urlaub – die perfekte Verbindung dessen kann man wohl gerade in Griechenland erleben!

Dieses Jahr finden nun exakt zeitgleich in Moskau und Berlin zwei international bedeutende Messen statt. Und nicht nur das – noch mehr Messen – noch mehr Kunst in beiden Städten – wohin also zwischen dem 23. und dem 27. September?

MOSKAU

Gleich zwei Groβereignisse kann man im September in Moskau erleben: Die Art Moskau sowie die Biennale Moskau.

Art Moskau

Die Kunstmesse Art Moskau eröffnet ihre 13. Ausgabe offiziell am Mittwoch, den 23. September. (ebenso wie das Art Forum Berlin) Allerdings gibt es hier einen Tag vorher die exklusive Preview. Wer also eine Einladung hat, kann durchaus an beiden Vorbesichtigungen teilnehmen!

Die Art Moskau spielt– milde ausgedrückt – nicht gerade eine Hauptrolle in der globalen Kunstmesselandschaft. Doch das sagt vielleicht weniger etwas über die Qualität als über das immer noch schwierige Verhältnis zur osteuropäischen Kunstszene aus. Auf der Homepage spricht man immerhin von der gröβten und wichtigsten Kunstmesse Osteuropas. Mit rund 40 Teilnehmern war die Messe im letzten Jahr nun recht übersichtlich aber international orientiert. Die beiden Galeristen Hans Knoll aus Wien und Volker Diehl aus Berlin nehmen schon seit Jahren an der Messe teil und wirken dort auch als Berater. Die Teilnehmer für dieses Jahr sind leider noch nicht veröffentlicht – es bleibt also spannend.

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der  Biennale Venedig

"The Feast of Trimlachio" von AES+F, 2009, aktuelle gezeigt auf der Biennale Venedig

Biennale Moskau

Wem die Messe noch nicht als Grund genügt, nach Moskau zu reisen – der sollte sich über die Biennale Moskau informieren – vielleicht lockt die ja dann mit hochrangigen Namen.

Vom 24. September bis 25. Oktober wird hier einen Monat lang die Creme de la Creme der russischen und internationalen Kunst gezeigt.

Die Biennale Moskau findet damit nun zum 3. Mal statt. Die Meinungen über die Biennale 2007 waren sehr gespalten. Doch die Künstlerliste und das diesjährige Kuratorenteam klingen sehr vielversprechend. Jean-Hubert Martin, Joseph Backstein und Olivier Varenne zeichnen in diesem Jahr für die gezeigten Werke verantwortlich. Präsentiert werden u.a. die von mir sehr geschätzten Künstler Marina Abramović, Anish Kapoor, AES+F und Erwin Wurm.

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor

"C-Curve", 2007, by Anish Kapoor

Moskau ist sicherlich eher etwas für diejenigen, die sich wirklich für russische oder „osteuropäische“ Kunst interessieren oder zumindest neugierig darauf sind. Mich würde Moskau schon sehr reizen, vor allem, weil ich noch nie da war. Auβerdem kommt man schon relativ günstig mit dem Flieger nach Moskau – kein Grund also nicht hinzufahren.

Wahrscheinlich werde ich aber während der Messen in Berlin arbeiten und muss daher mit den russischen Galerien in Berlin Vorlieb nehmen…

Wer schon gerade in Venedig ist, um sich die Biennale anzusehen – sollte auch dem Guggenheim einen Besuch abstatten. Dort sind nämlich auch Spitzenwerke zu sehen:

Bis Mitte September wird noch die Ausstellung „Gluts. The American artist and the poetic side of objects“ mit Werken von Robert Rauschenberg gezeigt. Ungefähr 40 Skulpturen wurden aus privaten und öffentlichen Sammlungen, vor allem aus den USA, ausgewählt.

Rauschenberg (1925-2008) Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler wurde in den 50er Jahre bekannt mit seine „Combines“ – Kunstwerke, die Malerei und Objektkunst miteinander verbinden.

Robert_Rauschenberg's_untitled_'combine',_1963

Robert_Rauschenberg's_untitled_'combine',_1963

Damit hat Rauschenberg Genregrenzen durchbrochen. Während er sich in den 70er Jahren vor allem mit Papier, Pappe, Stoffen und anderen natürlichen Materialien auseinandersetzte, waren es in den 80er Jahren unterschiedliche Metalle. Die Serie „Gluts“ an der er zwischen 1986 und 1995 arbeitete, besteht aus Hochreliefs und Skulpturen, die auf unterschiedliche Art und Weise die visuellen Eigenschaften von Metall reflektieren. Die verarbeiteten Objekte sind „objets trouvé“, gröβtenteils Industriemüll, den Rauschenberg an unter anderem an Tankstellen und auf Autofriedhöfen gefunden hat. „Glut“ heiβt soviel wie Überfluss oder Überschwemmung und bezieht sich kritisch auf die Herkunft seiner Objekte.  Persönlich gefallen mir die „Gluts“ etwas besser als die „Combines“, da Sie doch eine ganz andere Sensibilität des Künstlers bei Umgang mit dem Material zeigen.

Ein Rauschenberg in Berlin

Ein Rauschenberg in Berlin

Auβerdem wird anlässlich des 100. Jubiläums der Erscheinung des „Manifest des Futurismus“ von Marinetti in Paris, bis Ende diesen Jahres die Ausstellung Masterpieces of futurism” gezeigt.

Der “Torre”, ein stählerner Turm des belgischen Künstlers Wim Delvoye ist noch bis zum November diesen Jahres auf der Terrasse des Palazzo Venier dei Leonie zu sehen sein.

Die Biennale gehört zu DEN Kunstereignissen schlechthin. Bei der diesjährigen 53. Ausgabe der nehmen mehr als 90 Künstler aus 77 Nationen teil. Seit der Eröffnung am 7. Juni plane ich fest, bis spätestens zum 22. November auch nach Venedig zu fahren.

Die groβe Gemeinschaftsausstellung findet in diesem Jahr unter dem Motte: „Fare Mondi // Weltenmachen“ statt. Der diesjährige Kurator Daniel Birnbaum ist seit 2001 Rektor der Städelschule Frankfurt sowie der dazugehörigen Kunsthalle Portikus. Kokurator ist Jochen Volz, der ebenfalls an der Städelschule eine Professur inne hat. Wie klein manchmal die Welt sein kann, wird an der „Frankfurt-Connection“ ersichtlich. Viele der deutschen Kuratoren und Künstler sind auf irgendeine Art und Weise mit Frankfurt verbunden.

Nikolaus Schafhausen – viele Jahre Direktor des Frankfurter Kunstvereins – zeichnet in diesem Jahr für den deutschen Pavillon verantwortlich. Im Vorfeld war die Aufregung um die Künstlerauswahl groβ: Entgegen alter Gewohnheiten hatte sich der Kurator nicht für einen deutschen Künstler entschieden, sondern für Liam Gillick. In seinem Beitrag wollte sich der Brite vor allem mit der historisch belasteten Architektur des deutschen Pavillons auseinandersetzen. Die Erwartungen waren hoch und die Enttäuschung entsprechend groβ. Mit der spröden Installation, die von Margarete Schütte-Lihotzkys „Frankfurter Küche“ (!) inspiriert ist, konnten viele Besucher nichts anfangen.

LIAM GILLICK - Deutscher Pavillon

LIAM GILLICK - Deutscher Pavillon

Für einen Preis hat der deutsche Beitrag dann auch nicht gereicht. Zur Eröffnung wurde der Pavillon der USA mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Künstlerisch wurde hier auf Bewährtes gesetzt und die neue Installation “Topological Gardens” des Künstlers Bruce Nauman gezeigt. Auβerdem erhielt Tobias Rehberger für sein Werk “Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen“ einen Goldenen Löwen als Auszeichnung für den „Besten Künstler“. Der Bildhauer Rehberger, 1966 in Esslingen geboren, ist Professor der Städelschule in Frankfurt am Main (!).

TOBIAS REHBERGER: Was du liebst, .... Raumansicht

TOBIAS REHBERGER: Was du liebst, .... Raumansicht

Ohne Auszeichnungen und trotzdem Publikumsmagneten sind der dänische und der norwegische Pavillon, kuratiert von dem Künstlerduo Elmgreen & Dragset. Im Spiegel-Interview beschreiben sie die Szenarien mit dem Titel „The Collectors“: „Im dänischen Pavillon hat früher Familie A. gewohnt, jetzt ist ihr Haus “zu verkaufen”. Deshalb führt ein Makler die Besucher durch das Haus und erzählt eine dramatische Familiengeschichte im Ingmar-Bergmann-Stil als Verkaufsgrund. Im benachbarten, offenen, weltmännisch und großspurig eingerichteten nordischen Pavillon-Haus wohnt ein mysteriöser Mr. B., aber der Besuchter trifft nur auf einige herumhängende und Wodka-Tonic schlürfende Strichjungen und die ganze Ausstattung sieht aus wie die Studie zu einem David-Hockney-Gemälde.”

THE COLLECTOR - Aussenbereich

THE COLLECTOR - Aussenbereich

Die Ausstellungen sind täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 18 Euro, es gibt auch entsprechende Ermäβigungen. Ein Hotelzimmer in Venedig kann schnell sehr teuer werden. Als ich 2007 die Biennale besuchte, habe mir eine Unterkunft auf Lido gesucht. Auβerdem kann ich noch eine Website empfehlen, auf der man nach aktuellen Flugangeboten z.B. von Berlin nach Venedig, suchen kann.

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